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Halle: Jüdischer Weltkongress fordert schärfere Gesetze gegen Hassrede

  • Der Anschlag auf Synagoge und Dönerimbiss in Halle ist am 9. Oktober ein Jahr her.
  • Jüdische Gemeinden weltweit waren vor einem Jahr schockiert, dass so etwas in Deutschland passieren konnte.
  • Der Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, Maram Stern, kam jetzt nach Halle – mit klaren Forderungen an die deutsche Politik.
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Halle. Im Vorfeld des Jahrestags des Anschlags vom 9. Oktober hat der Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Maram Stern, die Synagoge in Halle besucht. Begleitet wurde Stern von Felix Klein, dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung. Stern forderte die Bundesregierung auf, die Gesetze gegen Hassrede und Antisemitismus zu verschärfen.

“So etwas wie hier vor einem Jahr darf nicht noch einmal passieren”, sagte Stern anschließend dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Antisemitisches Gedankengut darf nicht öffentlich verbreitet werden. Es muss alles getan werden, damit der Antisemitismus in Deutschland nicht wieder hochkommt, so wie er momentan auftaucht.” Stern machte Aussagen von AfD-Politikern mitverantwortlich für die Konjunktur rechtsextremen und judenfeindlichen Gedankenguts.

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Neue Tür für die Synagoge von Halle
2:15 min
Die alte Tür der Synagoge hatte am 9. Oktober 2019 mehrere Menschenleben gerettet.  © Reuters
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Der Jahrestag des Anschlags habe weltweit große Bedeutung. Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Rechtsextremist versucht, in die Synagoge einzudringen. Er scheiterte, erschoss die Passantin Jana L. und später im “Kiezdöner” auf der Ludwig-Wucherer-Straße den Malerlehrling Kevin S.

Auf der Internetseite des WJC wird ab Mittwochabend ein 20-minütiger Film zum Jahrestag des Anschlags gezeigt, der den Besuch von Stern und Klein in Halle aufnimmt.

“Wir müssen daran erinnern, was hier hätte passieren können”, sagte Stern. “Es hätte ein Massaker in der Synagoge geben können, am höchsten jüdischen Feiertag, knapp 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz.”

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Felix Klein versprach bei einer kurzen Ansprache in der Synagoge besseren Schutz für jüdisches Leben in Deutschland. “Schutz bedeutet mehr als nur Gebäudesicherheit”, sagte der Antisemitismusbeauftragte. “Wir müssen jüdisches Leben aktiv fördern.” Er wünschte den jüdischen Gemeinden in Deutschland “stabile Türen, wenn es darauf ankommt – und viele Türen, die ohne Angst geöffnet werden können”.

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Felix Klein: “Die Debatte um den Antisemitismusbegriff war überfällig”
3:02 min
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, der Diplomat Felix Klein, steht in der Kritik.  © RND
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Die Holztür in der Mauer der Synagoge verhinderte vor einem Jahr, dass der Attentäter eindringen konnte. Die Tür mit den Einschusslöchern wurde ersetzt, sie ist zu einem Kunstwerk umgestaltet worden. Das steht, noch verhüllt, im Synagogenhof auf einer Einfassung aus verschiedenfarbigen Kieseln. Das Kunstwerk wird am 9. Oktober enthüllt.

Gemeindevorsteher Max Privorozki erinnerte an die Jom-Kippur-Gottesdienste am Montag dieser Woche und vor einem Jahr. Am Montag musste man aus Platzgründen nach Halle-Neustadt ausweichen, 2019 unterbrach der Anschlag die Gebete. “Dieses Jahr konnten wir das Neïlah-Gebet sprechen, das den Abschluss von Jom Kippur bedeutet – das ist das wichtigste Gebet des Feiertags. Vergangenes Jahr mussten wir es ausfallen lassen, wir waren alle im Krankenhaus oder bei der Polizei.” Ein kleines Stück Normalität ist also nach Halle zurückgekehrt.

Maram Stern lobt die Anteilnahme in Halle nach dem Anschlag: “Ich bewundere sehr, wie viele Leute in Halle auf die Straße gegangen sind, für die jüdische Gemeinde, gegen das Attentat”, sagte er dem RND. “Es ist bemerkenswert, wie viele Leute sich mit der jüdischen Gemeinde solidarisch erklärt haben.”

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Die Vertreter von WJC und Bundesregierung besuchten auch den “Kiezdöner”" für ein kurzes Gespräch mit Betreiber Ismet Tekin. Er hatte den Imbiss nach dem Anschlag mit seinem Bruder übernommen und geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Die Jüdische Studierendenunion Deutschlands hat jetzt mehr als 17.000 Euro für den Imbiss gesammelt.

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