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Gerichtsgutachter sieht bei Halle-Attentäter schwere Persönlichkeitsstörung

  • Am Dienstag beginnt der Prozess gegen den Attentäter von Halle.
  • Der Gerichtsgutachter attestiert Stephan B. eine schwere Persönlichkeitsstörung.
  • Als schuldfähig sieht er ihn dennoch an.
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Berlin. Der forensische Psychiater Norbert Leygraf hat dem Attentäter von Halle eine komplexe Persönlichkeitsstörung mit autistischen Zügen bescheinigt. Das geht aus einem Gutachten für den Prozess, der am Dienstag beginnt, hervor. Zuerst hatte der Spiegel über das Gutachten berichtet. Es liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) ebenfalls vor.

Demnach habe der 28-Jährige nicht im Wahn gehandelt. Das Unrecht seiner Taten sei Stephan B. bewusst gewesen. So stehe es in der vorläufigen Einschätzung des Psychiaters, heißt es in dem Bericht.

Demnach hat Leygraf den Attentäter an drei Tagen untersucht. Über die Todesschüsse auf seine beiden Opfer in Halle habe B. ohne emotionale Regung gesprochen. Leygraf schrieb laut “Spiegel” weiter, der Rechtsextremist schien enttäuscht gewesen zu sein, bei seinem eigentlichen Ziel, dem Anschlag auf die Synagoge, gescheitert zu sein.

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Täter von Halle gesteht rechtsextremistisches Motiv
0:55 min
Der Todesschütze von Halle hat die Tat gestanden und auch ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv bestätigt.  © dpa

Psychiater hält Therapie bei B. für wenig erfolgversprechend

Seit Jahren sei es im Leben von B. hauptsächlich um antisemitische Verschwörungstheorien und den Bau von Waffen gegangen. Der Gutachter äußerte sich demnach skeptisch, dass B. von seinem tief sitzenden Fanatismus abzubringen sei. Selbst mit einer Therapie könne es schwierig werden.

Dem Bericht zufolge sei aus heutiger Sicht wahrscheinlich damit zu rechnen, dass B. in Freiheit erneut schwere Straftaten begehen würde. Würde B. verurteilt, droht ihm entsprechend der Anklage eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.

B. hatte im Oktober 2019 einen Anschlag auf die Synagoge in Halle versucht. Er scheiterte jedoch daran, sich Zutritt zu dem Gotteshaus zu verschaffen. Dort waren zu dem Zeitpunkt wegen des höchsten jüdischen Feiertages Jom Kippur Dutzende Juden versammelt. Kurz darauf erschoss B. vor dem Gebäude eine Passantin sowie den Gast eines Döner-Imbisses.

RND/cz

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