• Startseite
  • Politik
  • Haiti: Präsident Moïse ermordet – Jetzt droht dem Karibikstaat das totale Chaos

Attentat auf Präsident Moïse: Jetzt droht Haiti das totale Chaos

  • Seit 2017 war Jovenel Moïse Präsident von Haiti.
  • Vor Kurzem bat er noch um internationale Unterstützung für den Karibikstaat, nun ist er selbst Opfer eines Attentats geworden.
  • Die Zukunft des Landes sieht düster aus, kommentiert Tobias Käufer.
|
Anzeige
Anzeige

Bogota. Vor ein paar Wochen rief Präsident Jovenel Moïse den Rest der Welt um Hilfe an: Die internationale Staatengemeinschaft müsse Haiti unterstützen: „Das Land befindet sich seit 18 Jahren in einem Inferno der Gewalt. Ein höllischer Kreislauf der Unsicherheit. Und dieser Zyklus zwingt uns in eine Situation, in der wir ständig gezwungen sind, das Feuer zu löschen“, sagte Moïse und fügte an bewaffnete Banden hinzu, die im Land ihr Unwesen treiben: „Das Leben eines Banditen ist sehr kurz.“

Nun ist Moïse selbst Opfer eines Attentats geworden. Nach örtlichen Medienberichten wurde er in seinem Haus erschossen. Die Umstände sind unklar, es verbieten sich Spekulationen. Sicher ist dagegen: Das von einer Welle der Gewalt erfasste Land droht nun endgültig in ein Chaos abzugleiten. Haiti erscheint derzeit unregierbar.

Anzeige

Bewaffnete Gruppen werden die unsichere Lage für ihre Interessen nutzen

Eine durch und durch korrupte Politikerkaste, bittere Armut, Kriminalität, die Folgen verheerender Wirbelstürme und Erdbeben haben das ärmste Land der westlichen Hemisphäre zu einem Spielball unkalkulierbarer Kräfte gemacht. Trotz einiger Milliarden Euro Hilfsgelder nach dem schlimmen Erdbeben 2010, trotz des Engagements unzähliger NGOs.

Das alles wird Konsequenzen haben. Schon jetzt droht das Nachbarland, die bei deutschen Touristen beliebte Domini­kanische Republik, eine Art Grenzmauer zu bauen, um die bisweilen unkontrollierte Migration aus Haiti zu stoppen. Die politisch unsichere Lage werden nun bewaffnete Gruppen nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen.

Moïse war umstritten, weil es eine heftige Debatte um die Dauer seiner Amtszeit gab. Kritiker monierten, diese sei bereits im Februar nach vier Jahren abgelaufen. Moïse dagegen bestand auf einer fünfjährigen Amtszeit. Eine von ihm initiierte Verfassungsreform scheiterte. Insgesamt war seine Präsidentschaft ein Desaster. Haitis Zukunft sieht düster aus.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen