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Haiti: Anhänger von getötetem Präsidenten Moïse drohen mit Gewalt

  • Demonstrierende fordern Gerechtigkeit für Haitis ehemaligen Präsidenten Jovenel Moïse, der am 7. Juli ermordet wurde.
  • Sie drohten mit Gewalt, sollten politische Eliten versuchen, an einer Trauerfeier teilzunehmen.
  • Der Aufruf eines Pfarrers verhallte ungehört.
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Cap-Haitien. Die Androhung neuer Gewalt hat in Haiti die Trauerfeier für den ermordeten Präsidenten Jovenel Moïse überschattet.

Anhänger des am 7. Juli getöteten Präsidenten unterbrachen immer wieder die Feierlichkeiten in der Kathedrale von Cap-Haitien und warfen der haitianischen Elite vor, für den Anschlag auf Moïse verantwortlich zu sein. Die Behörden kündigten an, weitere Gedenkveranstaltungen könnten abgesagt werden, sollte es zu Auseinandersetzungen kommen.

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Haitis Präsident Moise in Privatresidenz erschossen
1:13 min
Eine Gruppe bislang unbekannter Angreifer hat in der Nacht die Privatresidenz des Präsidenten überfallen und Jovenel Moise erschossen.  © Reuters
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Der Pfarrer Jean-Gilles Sem sagte vor den Trauernden in der Kirche, in Haiti werde zu viel Blut vergossen. „Die Morde und Entführungen sollten aufhören“, erklärte er und merkte an, dass die armen Gemeinden am meisten betroffen seien. „Wir sind müde.“

Ein Mann, der sich als John Jovie vorstellte, stand in einer Gruppe vor der Kirche und drohte mit weiterer Gewalt, falls wohlhabende Mitglieder der Elite aus der Hauptstadt Port-au-Prince zu den Feierlichkeiten erscheinen würden.

„Wenn sie kommen, werden wir ihnen die Köpfe abschlagen“

„Wir bitten sie, nicht zur Beerdigung zu kommen“, sagte er. „Wenn sie kommen, werden wir ihnen die Köpfe abschlagen. Wir werden unsere Gewehre aus dem Versteck holen.“ Man wolle Gerechtigkeit für Moïse.

Bereits einen Tag zuvor war es in Quartier-Morin, gelegen zwischen Cap-Haitien und Moïses Heimatstadt, zu neuer Gewalt gekommen. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AP sah die Leiche eines Mannes, der nach Angaben von Augenzeugen bei Protesten getötet wurde.

„Das ist unsere einzige Möglichkeit, Gerechtigkeit zu fordern“, sagte Aurélien Stanley, ein Anhänger Moïses. „Wenn wir keine Gerechtigkeit für Jovenel bekommen, werden wir tun, was auch immer nötig ist, um die Beerdigung zu stoppen.“

Vor Beginn der Messe riefen mehrere Menschen am Eingang der Kirche: „Gerechtigkeit für Moïse! Gerechtigkeit für Moïse!“Drinnen trugen Dutzende Menschen T-Shirts mit der Aufschrift: „Der Kampf für die Schwächeren geht weiter. Gute Reise, Präsident Jovenel Moïse.“

Moïse sollte am Freitag im Familienkreis beigesetzt werden. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf ihn wurden bisher 26 Verdächtige festgenommen, darunter drei Polizisten und 18 ehemalige Soldaten der kolumbianischen Armee.

RND/AP

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