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Nach Präsidentenmord in Haiti: Vier Tatverdächtige tot, zwei Festnahmen

  • Nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse sind vier Tatverdächtige getötet und zwei weitere festgenommen worden.
  • Nach Angaben der haitianische Botschaft in Washington handelte es sich um einen Angriff durch eine gut ausgebildete Gruppe.
  • Übergangs-Premierminister Claude Joseph sagte in einer Ansprache an die Nation, die Täter hätten Englisch und Spanisch gesprochen.
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Port-au-Prince. Nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse sind vier Tatverdächtige getötet und zwei weitere festgenommen worden.

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Haitis Präsident Moise in Privatresidenz erschossen
1:13 min
Eine Gruppe bislang unbekannter Angreifer hat in der Nacht die Privatresidenz des Präsidenten überfallen und Jovenel Moise erschossen.  © Reuters

Das teilte Polizeichef Léon Charles am Mittwochabend (Ortszeit) im Fernsehen mit. Drei Polizisten seien zwischenzeitlich gefangen genommen worden, inzwischen aber wieder frei gekommen. Weitere Einzelheiten zu der Fahndung nach den Attentätern gab es zunächst nicht.

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Unbekannte waren in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) in die Residenz des 53 Jahre alten Moïse in einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince eingedrungen und hatten ihn erschossen.

Seine Ehefrau Martine wurde verletzt und zur Behandlung in die rund 1000 Kilometer entfernte US-Stadt Miami gebracht, wie Haitis Botschafter in den USA, Bocchit Edmond, internationalen Medien sagte.

Waren die Angreifer Ausländer?

Die Angreifer seien nach ersten Erkenntnissen Ausländer gewesen, die sich als Angehörige der US-Anti-Drogenbehörde DEA ausgegeben hätten. Nach Angaben der haitianische Botschaft in Washington handelte es sich um einen wohl koordinierten Angriff durch eine gut ausgebildete und schwer bewaffnete Gruppe.

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Übergangs-Premierminister Claude Joseph sagte in einer Ansprache an die Nation, die Täter hätten Englisch und Spanisch gesprochen.

Joseph telefonierte am Mittwoch mit US-Außenminister Antony Blinken, wie beide Seiten bekanntgaben. Joseph versprach dabei einen Dialog mit den Anführern der Opposition, um für Ruhe zu sorgen und die Wahlen nach dem bisherigen Zeitplan durchzuführen.

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Viele Vertreter der Opposition waren der Ansicht, Moïses Amtszeit endete im Februar. Moïse erklärte daraufhin am 7. Februar, es habe einen Putschversuch und einen Mordkomplott gegen ihn gegeben, und verkündete 23 Festnahmen – darunter ein Richter am Obersten Gerichtshof.

Präsidentenwahl war 2015 annulliert worden

Die Präsidentenwahl von 2015 war wegen Betrugs annulliert und Moïse erst nach einer Neuwahl ein Jahr später vereidigt worden. Die fünfjährige Amtszeit des Bananenunternehmers von der konservativen „Kahlkopf“-Partei wäre daher aus seiner Sicht – wie auch nach Ansicht der noch immer einflussreichen, früheren Besatzungsmacht USA – erst im kommenden Februar zu Ende gegangen.

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Proteste gegen Moïse haben Haiti in den vergangenen drei Jahren immer wieder lahmgelegt. Ihm wurden Korruption und Verbindungen zu gewalttätigen Banden vorgeworfen. Blutige Kämpfe solcher Banden um die Kontrolle über Teile von Port-au-Prince haben nach UN-Zahlen seit Anfang Juni mehr als 14.700 Menschen in die Flucht getrieben.

RND/dpa

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