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  • Hagia Sophia als Moschee: Erdogan sendet selbstgefällige Botschaft an die Welt

Erdogan sendet eine selbstgefällige Botschaft an die ganze Welt

  • Die Bilder vom Freitagsgebet in der Hagia Sophia sind ein Signal, das für die Menschen in- wie außerhalb der Türkei gedacht ist: Die Islamisierung des Landes schreitet voran.
  • Die EU steht im Umgang mit Erdogan einmal mehr vor komplizierten Aufgaben.
  • Unterm Strich bleibt nicht viel mehr als eine vage Hoffnung auf Veränderung in der Türkei, kommentiert Tobias Peter.
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Es ist, als hätte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine eigene Bühne erbaut – und das, obwohl sie schon ewig genau dort steht, wo sie ist. Entstanden ist die Hagia Sophia im sechsten Jahrhundert nach Christus als Kirche, die Osmanen wandelten sie in eine Moschee um. Der türkische Republikgründer Kemal Atatürk machte das Gebäude zum Museum – und damit auch zum Zeichen eines säkularen Staates.

Erdogan weiß um die Kraft der Symbole. Mit der Rückumwandlung in eine Moschee hat er nun an die Bevölkerung seines eigenen Landes und an den Rest der Welt eine unmissverständliche Botschaft gesetzt: Die Islamisierung des Landes schreitet immer weiter voran. Der Präsident dürfte Freude daran haben, dass mit den Bildern vom Freitagsgebet auch das Signal an Muslime außerhalb der Türkei verbunden war: Hier ist einer der mächtigsten Männer der islamischen Welt.

Video
Erdogan wohnt Freitagsgebet in der Hagia Sophia bei
1:42 min
Nach dem umstrittenen Schritt, das als Museum genutzt Weltkulturerbe wieder als Moschee zu nutzen, kamen Gläubige erstmals wieder zum Beten zusammen.  © Reuters

Ein Zeichen gegen das Miteinander

Es ist ein Zeichen gegen ein Miteinander der Religionen: eines, mit dem der Präsident sich die Mehrheit in der Bevölkerung sichern will und dabei die Spaltung der Gesellschaft bewusst in Kauf nimmt. Für die EU ist damit einmal mehr klar, was für ein schwieriger Gesprächspartner Erdogan ist. Am Ende bleibt den Europäern aber wenig anderes übrig, als einen komplizierten Kurs aufrechtzuerhalten. Sie müssen Kritik an Erdogan üben, ohne den endgültigen Bruch mit der Türkei zu forcieren. Denn davon hätten auch die Teile der Gesellschaft in der Türkei nichts, die Erdogan kritisch gegenüberstehen.

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Und nun? Erdogan ist dabei, sich selbst durch misslungenes Management der Coronakrise und die schwierige wirtschaftliche Lage in der Türkei zunehmend zu diskreditieren. Die Menschen in der Türkei leiden unter seiner schlechten Regierungsführung.

Ihre Not, ihr Überdruss ist vielleicht die größte Chance auf Veränderung in der Türkei, die es gibt.

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