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Häuserschlacht um Rigaer Straße – ohne Rücksicht auf Verluste

  • Der politische Kampf um ein teilweise besetztes Haus in der Rigaer Straße in Berlin ist in den letzten Tagen zum handfesten Straßenkampf geworden.
  • Linksautonome griffen Polizisten an.
  • Wer von Häuserdächern mit Steinen auf Menschen wirft, stellt sich außerhalb des demokratischen Diskurses, kommentiert Felix Huesmann.
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Berlin. Es sind hässliche Szenen, die sich in den vergangenen Tagen im Berliner Stadtteil Friedrichshain abgespielt haben. Linksautonome zündeten rund um ein teilweise besetztes Haus in der Rigaer Straße Barrikaden an und attackierten Polizisten. Sie warfen Steine von Häuserdächern, nahmen bewusst in Kauf, Menschen schwer zu verletzen. Wer so etwas tut, der stellt sich außerhalb jedes demokratischen Diskurses.

Das Haus im Osten der Hauptstadt ist ein wichtiges Symbol. Für die linksradikale Szene, aber auch für die Veränderung der Stadt im Ganzen. Berlin wird immer teurer, kommerzieller. Viele Freiräume, alternative Zentren und ehemals besetze Häuser haben über Jahrzehnte den Charakter vieler Berliner Kieze geprägt. Mit ihrer Nachbarschaft waren sie oft eng verbunden und sind es mitunter bis heute. Viele dieser Orte mussten in den vergangenen Jahren weichen, fielen der ökonomischen Aufwertung der Stadt zum Opfer. Dass dagegen aufbegehrt wird, ist verständlich. Dafür gibt es auch über die autonome Szene der Hauptstadt hinaus einige Unterstützung.

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Berlin: Polizei verschafft sich gewaltsam Zutritt zur „Rigaer 94“
1:08 min
Polizisten wurden mit Farbe beworfen, Bewohner kündigten per Lautsprecher Widerstand an. Über dem Haus wurden Raketen gezündet und es waren Böller zu hören.  © dpa
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Nachbarschaft wird Mitleidenschaft gezogen

Wenn dieser politische Kampf jedoch zu einem gewaltsamen Straßenkampf ohne Rücksicht auf Verluste wird, ist das nicht hinnehmbar. Unter den Gewalttätern in der Rigaer Straße leiden zudem nicht nur die Polizisten, die im Einsatz mit schweren Angriffen rechnen müssen. Auch die eigene Nachbarschaft wird zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Mehrere Schulen und Kitas in der Nähe der Rigaer Straße kündigten vorsichtshalber an, am Donnerstag und Freitag zu schließen.

Zuletzt schaden die Gewalttäter so auch ihrem vermeintlichen Anliegen – und allen, die sich friedlich für eine Stadt einsetzen, in der Platz für alternative Wohnformen und unkommerzielle Stadtteilzentren ist.

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