Hackerangriff auf CDU-Parteitag womöglich aus Russland

  • Während des CDU-Parteitags am Samstag hatte es einen Hackerangriff gegeben, der aber abgewehrt werden konnte.
  • In der Partei heißt es, die Urheber säßen vermutlich in Russland.
  • Es gebe entsprechende Hinweise.
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Berlin. Der Hackerangriff auf den CDU-Parteitag am Samstag geht nach Einschätzung der CDU auf Russland zurück. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus führenden Parteikreisen. Es gebe entsprechende Hinweise, hieß es.

Das Bundesinnenministerium sieht in dem Angriff keinen Grund zur Beunruhigung. „Nach Kenntnis des Bundesinnenministeriums ist es aufgrund einer DDos-Attacke zu einem circa einstündigen Ausfall der Parteiseite und damit des Livestreams auf der Website gekommen“, sagte ein Sprecher dem RND. „Eine Übertragung des Parteitages erfolgte weiterhin über Youtube und TV. Die Übertragung des Parteitages war zu jeder Zeit gewährleistet.“

Bei einem DDos-Angriff wird mutwillig eine Überlastung einer IT-Infrastruktur herbeigeführt, um diese lahmzulegen.

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Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte mit, dass es alle im Bundestag vertretenen Parteien unterstütze, so auch die CDU im Vorfeld des Parteitages. Währenddessen war das Amt mit einem Mitarbeiter anwesend. Die Grünen machten bei ihrem Digitalparteitag im November ebenfalls von der Unterstützung des BSI Gebrauch. Bundesgeschäftsführer Michael Kellner stand mit dessen Chef Arne Schönbohm im Kontakt.

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Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Jörg Schindler, sagte dem RND mit Blick auf den für Februar geplanten Parteitag: „Das ist eine neue Herausforderung. Und wir haben Vorbereitungen getroffen, damit so etwas bei uns nicht stattfindet.“ Die Linke sei in der Vergangenheit DDos-Attacken ausgesetzt gewesen, so Schindler. „Wir werden versuchen, das beim Parteitag abzuwehren.“

Anders als bei der CDU ist das Risiko der Manipulation bei der Linken nicht so groß, weil der Parteitag als hybrider Parteitag stattfinden soll. Die Reden sollen digital verbreitet werden; die Wahlen sind analog an 16 verschiedenen Orten geplant. Sollte der Parteitag unter dem Eindruck der Corona-Pandemie komplett ins Netz verlagert werden, müssten die Wahlergebnisse jedoch auch bei der Linken per Briefwahl bestätigt werden, um Manipulationen auszuschließen.

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