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Parteitag der Linken

Gysi faltet die eigene Partei: „Kleinkarierter Mist!“

Gregor Gysi (Die Linke spricht zu den Delegierten beim Bundesparteitag der Linken in der Messe Erfurt.

Erfurt. Der frühere Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi hat seiner Partei 15 Jahre nach ihrer Gründung aus PDS und WASG eine existenzielle Krise bescheinigt. Entweder die Linke werde jetzt gerettet, „oder wir sinken in die Bedeutungslosigkeit“, sagte Gysi am Samstag auf dem Bundesparteitag in Erfurt.

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Das Land braucht demokratische Sozialistinnen und Sozialisten.

Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter

Er vertrat die Ansicht, die Linke habe in der Gesellschaft einen Platz, der von keiner anderen Partei ersetzt werden können. „Das Land braucht demokratische Sozialistinnen und Sozialisten.“

Gysi ging mit seiner Partei, für die er über Jahrzehnte das Gesicht war, hart ins Gericht. Die Krise resultiere auch daraus, dass nicht mehr erkennbar sei, was Mehrheits- und was Minderheitsmeinung in der Linken sei.

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Er sprach von Denunziationen von Parteimitgliedern untereinander. „Das ist unerträglich.“ Der 74-jährige appellierte an die Delegierten: „Hört auf mit dem ganzen kleinkarierten Mist in unserer Partei.“

Wichtig sei, dass sich die Linke auf Friedenspolitik und gegen Aufrüstung, für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen, für Klimaschutz, Arbeitnehmerinteressen sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzt. Das sollte auch die Arbeit der Bundestagsfraktion bestimmen.

Das sei wichtiger als Anträge zu Gendersternen oder der Schreibweise von Anreden mit dem Großbuchstaben „I“ zu stellen, sagte Gysi, der dafür auch Buh-Rufe erntete. „Es geht nicht darum, Schreibweisen zu verändern, sondern die Verhältnisse.“

Die Linke will am Samstag eine neue Führung wählen, um nach Wahlschlappen, Streit und Sexismus-Vorwürfen wieder Tritt zu fassen. Am zweiten Tag des Bundesparteitags soll neben der Doppelspitze, für die es zehn Bewerbungen gibt, der gesamte Vorstand neu besetzt werden.

Zudem will die Partei ihre heftig umstrittene Haltung zu Russland und zum Ukraine-Krieg bestimmen.

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RND/dpa/stu

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