Grünen-Politiker Boris Palmer kritisiert Greta Thunberg scharf

  • Nach ihrer Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen erhielt Greta Thunberg viel Zuspruch, aber auch Kritik.
  • In einem Gastbeitrag für die „Bild”-Zeitung hat nun auch Tübingens Grüner Oberbürgermeister Boris Palmer kritische Worte an Thunberg gerichtet.
  • Es nütze nichts, wenn wir in Panik verfallen, sagte er.
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Tübingen. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg widersprochen. „Nein, wir haben deine Jugend nicht zerstört“, schrieb er an die 16-Jährige gerichtet in einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung. „Wir haben eine Welt erschaffen, die bessere Lebenschancen für junge Menschen bietet als jemals zuvor in der Geschichte.“ Es gebe weniger unterernährte Menschen weltweit, Krankheiten wie Pocken und Pest seien ausgerottet, weniger Kriegsopfer seien zu beklagen und die Lebenserwartung sei gestiegen.

Die Initiatorin der Fridays-for-Future-Bewegung hatte am Montag in New York bei ihrer Rede auf dem UN-Klimagipfel in Richtung der anwesenden Spitzenpolitiker gesagt: „Wie konntet ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten?“

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Greta Thunberg bei UN-Klimagipfel: „Wie konntet ihr es wagen“
1:10 min
Greta Thunberg hat vor den UN eine emotionale Rede gehalten. An die Mächtigen appeliert sie mit deutlichen Worten.  © Reuters
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Palmer will keine Panik

Nach Ansicht Palmers wollen einige Menschen derzeit neben dem Klimaschutz kein anderes Thema mehr gelten lassen. „Sie glauben, dass wir den Klimaschutz erst verwirklichen können, wenn wir unser bisheriges Wirtschafts- und Gesellschaftssystem abschaffen“, sagte er. Thunberg habe recht mit ihrem Eintreten für ein umweltbewussteres Handeln aller. „Aber dafür brauchen wir ein planvolles Vorgehen. Das ist nicht zu verwechseln mit Untätigkeit.“ Es nütze nichts, wenn wir in Panik verfallen, sagte er. Die 16-jährige Schwedin dagegen forderte schon öfter: „Ich will, dass ihr in Panik geratet.“

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RND/dpa