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  • Grüne wollen Lastenräder 1000 Euro Zuschuss geben - lebhafte Debatte

„Eine Milliarde für Besserverdiener“ oder sinnvoller Vorschlag? Grünen-Forderung nach Lastenradprämie löst lebhafte Debatte aus

  • Die Grünen haben gefordert, dass der Bund eine Milliarde Euro für die Förderung von Lastenräder ausgibt.
  • Pro Rad soll 1000 Euro Zuschuss gezahlt werden.
  • Über den Vorschlag wird nun kontrovers diskutiert.
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Berlin. Ein Vorschlag der Grünen zur Förderung von Lastenrädern ist auf Kritik gestoßen. Der Wort „Lastenrad“ war am Sonntagnachmittag zeitweilig auf Platz eins der deutschen Twittertrends.

Hintergrund ist ein Bericht des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) über eine Forderung der Grünen: Eine Million Lastenräder sollen vom Bund in der nächsten Legislaturperiode gefördert werden. Pro Stück sollen 1000 Euro Zuschuss gezahlt werden, egal ob das Zweirad gewerblich oder privat genutzt wird. Das wären insgesamt eine Milliarde Euro.

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Der RND berichtete über eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Frage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler. Demnach habe der Bund in den vergangenen drei Jahren nur 887 Lastenräder gefördert. Für Elektroautos gehen laut Kindler hingegen wöchentlich 11.000 Förderanträge ein.

Baerbock setzt sich für Vorschlag ein

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock setzte sich am Sonntag ebenfalls für die Förderung von Lastenrädern ein. „Eine Förderung für Lastenräder halte ich für sehr richtig“, sagte sie in der ARD-Sendung „Frag selbst“.

„Unser Vorschlag sind 1000 Euro“, bestätigte Baerbock. Sie verglich die Summe mit einer Förderung von 6000 Euro für E‑Autos. Dabei solle es keine „absolute Ungleichheit“ geben. Sie verwies auf Menschen, die keinen Führerschein haben, nicht Auto fahren wollen oder können. Eine Prämie für ein normales Fahrrad brauche es nicht.

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FDP-Politiker Buschmann kritisiert Vorschlag

„Die Grünen reden viel von Investitionen“, schrieb Marco Buschmann, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. „Dafür sollen Steuern und Schulden steigen. Wenn’s dann konkret wird, heißt es: 1000 Euro Zuschuss für #Lastenräder.“ Das sei keine Investition, kritisierte Buschmann. Es sei die Subventionierung von Konsum. „Nennt man das Investition, ist es eine Mogelpackung!“, hieß es in dem Beitrag.

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„Sagt mir bitte, dass das ein Scherz ist“, kommentierte Felix Dachsel, Chefredakteur der deutschsprachigen Ausgaben des Magazins „Vice“. Er fügte hinzu: „Eine Milliarde für die Besserverdiener vom Prenzlauer Berg. So wichtig.“

Insbesondere an der Idee, dass Handwerker auf Lastenräder umsteigen könnten, entzündete sich Kritik und Spott. Für viele Kommentatorinnen und Kommentatoren überwiegen offenbar die praktischen Hindernisse für eine Nutzung der Zweiräder mit Stauraum.

Jedes Lastenrad ersetze ein Auto, meinte hingegen Journalist und Autor Hasnain Kazim. Das sei auch gut so. „Wenn man viele Milliarden an Steuergeld für Autos verpulvern kann, sind eine Milliarde für Lastenräder auch drin“, schrieb Kazim.

Simone Peter, ehemalige Vorsitzende der Grünen und heutige Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, verteidigte den Vorschlag. „Wie vielfältig #Lastenräder eingesetzt werden können, sieht man doch seit Jahren im schönen Bullerbü-Land Niederlande: auf dem Land und in Städten wie Amsterdam, Utrecht etc.“, twitterte sie.

„Und neuerdings auch in den Bullerbü-Städten Paris und Barcelona. Passend dazu wächst die Infrastruktur“, meinte Peter.

RND/af

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