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Migrantische Gründer stehen vor größeren Herausforderungen als Nichtmigranten

  • Wenn es um Unternehmensgründung in Deutschland geht, müssen Migranten deutlich größere Hürden überwinden als Nichtmigranten.
  • Einer Studie der Bertelsmann Stiftung und der Universität Jena zufolge ist die fehlende Offenheit ein Problem.
  • Doch es gibt Lösungsansätze.
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Berlin. In Deutschland stehen Migranten vor größeren Herausforderungen bei der Unternehmensgründung als Nichtmigranten. Die fehlende Offenheit, Sprachbarrieren und die schlechte Informationslage erschweren das Gründen. Das geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung und der Universität Jena hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von Gründern und Gründungsberatern.

3 Prozent der innovativen Gründungen von Migranten

Ebenfalls belegen Daten aus dem Jahr 2018, dass eingewanderte Gründer in der deutschen Wirtschaft unterrepräsentiert sind. Nur rund 3 Prozent der als innovativ geltenden Unternehmen haben einen migrantischen Gründer, obwohl sie 17 Prozent aller Unternehmensgründungen ausmachen. Als innovativ werden Firmen eingestuft, die Forschung und Entwicklung vorantreiben. Zudem sind Gründer hierzulande seltener in innovativen Branchen – zum Beispiel Hightech – vertreten: Nur jedes fünfte Unternehmen eines Migranten entwickelt Neuheiten für den wirtschaftlichen Markt. Bei Nichtmigranten ist es jedes vierte Unternehmen, heißt es weiter.

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„Um das große Potenzial neuer Geschäftsideen zu nutzen, sollten innovative Gründer:innen mit Migrationserfahrung in ihren Vorhaben zielgerichtet unterstützt, aber auch die allgemeinen strukturellen Rahmenbedingungen für das Gründen innovativer Unternehmen verbessert werden“, sagte der Innovationsexperte der Stiftung, Jan Breitinger. Bereits in den Hochschulen sollten Migranten mit englischsprachigen Vernetzungsangeboten und Programmen unterstützt sowie in Start-up-Ökosysteme eingebunden werden.

Laut der Studie würde es für jeden Wirtschaftsstandort von Vorteil sein, junge innovative Unternehmen zu fördern. Gründer würden neue Märkte schaffen und Digitalisierung sowie strukturellen Wandel vorantreiben. „Gerade internationale Gründer:innen bringen neben Sprachkenntnissen wertvolle Fähigkeiten und Erfahrungen mit, die für den erfolgreichen Aufbau eines innovativen Unternehmens von Bedeutung sind“, sagte der Bertelsmann-Experte für Migration, Matthias M. Mayer, zu den Ergebnissen. Außerdem würden Einwanderer Kenntnisse über internationale Märkte, Gründungskulturen und Geschäftspraktiken haben sowie international vernetzt sein.

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Als ein Indiz dafür zieht die Studie Daten aus den USA heran. So sind 66 Prozent der erfolgreichsten Firmen im Bereich der künstlichen Intelligenz von Migranten mitgegründet worden. 55 Prozent der US-Firmen mit einem Wert von mehr als einer Milliarde Dollar sind ebenfalls von Migranten aufgebaut worden.

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