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Wahlkampf um Amt des Premiers

Truss rudert nach Kritik an Lohnkürzungen zurück

27.07.2022, Großbritannien, Woodford Green: Liz Truss, Außenminister von Großbritannien und Kandidatin für den Parteivorsitz der Konservativen, lächelt während einer Veranstaltung in einem Privathaus mit Mitgliedern der konservativen Partei in Woodford Green im Rahmen ihrer Kampagne für das Amt des Vorsitzenden der Konservativen Partei und des nächsten Premierministers.

London. Die derzeit aussichtsreichste Anwärterin auf die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson, Liz Truss, hat wegen Kritik an geplanten Lohnkürzungen eine Kehrtwende gemacht. Truss hatte am Montag mitgeteilt, sie würde die Gehälter von Angestellten im öffentlichen Dienst mit Sitz außerhalb Londons kürzen, weil es im öffentlichen Sektor „Verschwendung“ gebe. Kritik gab es daran mit dem Argument, Menschen müssten dann ein niedrigeres Gehalt hinnehmen, während die Lebenshaltungskosten zulegten.

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Truss' Wahlkampfteam gab danach bekannt, am derzeitigen Stand der Löhne für Angestellte im öffentlichen Dienst werde nichts geändert. Es werde dabei auch keine Unterschiede zwischen den Regionen in Großbritannien geben.

Sunak und Truss im Rennen um Johnson-Nachfolge

Ex-Finanzminister Rishi Sunak oder Außenministerin Liz Truss. Einer von beiden wird demnächst in der Downing Street Number 10 einziehen.

Die Außenministerin wird bei ihrer Kandidatur für den Vorsitz der regierenden Konservativen Partei von einflussreichen Mitgliedern unterstützt, unter ihnen Verteidigungsminister Ben Wallace und der Abgeordnete Tom Tugendhat, der ebenfalls kandidiert hatte. Am Montag bekam Truss die Unterstützung der Drittplatzierten im Vorwahlrennen um die Nachfolge, Penny Mordaunt. Truss sei „die Kandidatin der Hoffnung“, sagte Mordaunt.

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Auch Sunak ändert Haltung

Über die Auswahl für den Parteivorsitz entscheiden aktuell die rund 180 000 Mitglieder der Konservativen Partei. Die Mehrzahl der britischen Bürgerinnen und Bürger bestimmt damit nicht mit, wer Premierminister wird. Wer demnächst Großbritannien regiert, wird am 5. September bekanntgegeben.

Truss' Konkurrent um die Nachfolge, der frühere Schatzkanzler Rishi Sunak, hat ebenfalls schon seine Haltung zu einem politischen Aspekt im Wahlkampf geändert. Er versprach am Montag eine deutliche Senkung der Einkommensteuer in den nächsten Jahren, was Beobachter als Kehrtwende unter dem Eindruck der Kampagne von Truss sehen.

Für Ärger hat Truss auch bei schottischen Befürwortern einer Unabhängigkeit von Großbritannien gesorgt. Sie sagte, sie werde es Schottland verweigern, ein neues Referendum über eine Unabhängigkeit abzuhalten. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sei jemand, der um Aufmerksamkeit beflissen sei und ignoriert werden sollte, sagte Truss. Der stellvertretende schottische Regierungschef John Swinney sagte, in Schottland seien viele wegen der Äußerungen beleidigt.

RND/AP

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