Großbritannien demonstriert gegen Johnsons Parlament-Pause

  • Das umstrittene Manöver des Premiers hat seine Gegner mobilisiert.
  • In mehr als 30 Städten gehen sie auf die Straße
  • Sie werfen Johnson die Untergrabung der Demokratie vor,
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London. In London und anderen Städten Großbritanniens hat es am Samstag lautstarke Proteste gegen Premierminister Boris Johnson gegeben. Tausende Demonstranten versuchten am Samstag, sich vor dem Regierungssitz in der Downing Street mit Trommeln und Pfeifen Gehör zu verschaffen. „Boris Johnson: Schäm Dich!“ und „Trumps Marionette“ riefen sie unter anderem. Einige hatten Schilder mit der blauen EU-Flagge dabei. „Stop the Coup“ - stoppt den Putsch - war das Motto der Demonstration.

Ähnliche Proteste gab es auch in mehr als 30 anderen Städten in England, Schottland, Wales und Nordirland.

Die Menschen protestieren gegen Johnsons Entscheidung, das Parlament wenige Wochen vor dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU am 31. Oktober für einen Monat zu suspendieren. Das beschränkt den Handlungsspielraum der Opposition und von Rebellen in der Regierungspartei, die einen EU-Austritt ohne Abkommen verhindern wollen.

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Johnson will den Brexit an diesem Datum durchziehen - mit oder ohne Abkommen. Die Mehrheit der Unterhausabgeordneten hat sich dagegen ausgesprochen. Johnson verlangt Nachbesserungen des Austrittsabkommens, das seine Vorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelt hatte. Er findet den Vertrag, für den es im britischen Parlament bisher keine Mehrheit gab, inakzeptabel. Die EU hat es bislang allerdings ausgeschlossen, den Vertrag zu ändern.

London: Zahlreiche Menschen versammeln sich zu einer Demonstration gegen die Entscheidung von Premier Johnson das britische Parlament in eine Zwangspause zu schicken. © Quelle: Gareth Fuller/PA Wire/dpa

Auch in York, Newcastle, Bristol, Belfast und anderen Städten begannen am Mittag Proteste. Einer der Organisatoren, die Anti-Brexit-Initiative „Another Europe Is Possible“, hoffte auf Hunderttausende Teilnehmer. Auch der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, hatte zu Protesten aufgerufen.

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RND/dpa

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