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Gesundheitssystem in Großbritannien droht zu kollabieren: Boris Johnson weiter gegen neue Corona-Maßnahmen

Premierminister Boris Johnson steht wegen der Corona-Politik unter Druck.

London. Das britische Gesundheitssystem wird nach Einschätzung von Premierminister Boris Johnson angesichts der aktuellen Welle von Coronavirus-Infektionen noch wochenlang unter Druck stehen. Zugleich deutete Johnson am Montag an, dass es vorerst keine Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionszahlen geben werde.

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Die hoch ansteckende Omikron-Variante hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Großbritannien über Weihnachten und Neujahr in die Höhe schnellen lassen. Allein für England und Schottland wurden am Montag 157 758 Neuinfektionen und für England 42 Todesfälle gemeldet. Zahlen für Wales und Nordirland wurden nicht veröffentlicht.

„Druck wird beträchtlich sein“

„Ich denke, wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass der Druck auf unseren NHS und unsere Krankenhäuser in den nächsten Wochen beträchtlich sein wird“, sagte Johnson während eines Besuchs in einem Impfzentrum in Aylesbury, 85 Kilometer nordwestlich von London. Die Zeitung „The Sunday Times“ hatte zuvor berichtet, dass mehrere Krankenhäuser in der ostenglischen Grafschaft Lincolnshire wegen „extremer und beispielloser“ Personalknappheit ein „kritisches Ereignis“ ausgerufen hatten.

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Chris Hopson, der Geschäftsführer von NHS Providers, der die Krankenhäuser des Landes vertritt, erklärte der BBC, es komme zunehmend zu Fehlzeiten beim Personal, zusätzlich zum ohnehin großen Druck. Matthew Taylor, Geschäftsführer der NHS Confederation, die 1,5 Millionen Beschäftigte des Gesundheitswesens vertritt, sagte, ein Großteil des Gesundheitswesens befinde sich in einem Krisenzustand. Manche Krankenhäuser forderten ihr erschöpftes Personal dringend auf, auf Ruhetage und Urlaub zu verzichten, damit sie ihre Kerndienste aufrechterhalten können. Viele weitere Krankenhäuser müssten Besuche verbieten, um die Verbreitung von Infektionen einzudämmen, sagte er.

Regierung hatte fast alle Maßnahmen aufgehoben

Im Juli hatte die Regierung Johnson fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben, doch im Dezember ihren Kurs geändert und für England einen „Plan B“ ausgerufen: Unter anderen müssen seither in öffentlichen Gebäuden Masken getragen werden und die Menschen sollen, wenn möglich, von zu Hause aus arbeiten.

Am Montag forderte Johnson die Bevölkerung auf, sich an diese Regeln zu halten und sich eine Auffrischungsimpfung geben zu lassen. Die Regierung versuche derzeit, den Personalmangel zu beheben. Eine Verschärfung der Maßnahmen in den kommenden Tagen schien Johnson jedoch auszuschließen. „Ich denke, der Weg für das Land als Ganzes ist es, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Wir werden alles im Auge behalten“, sagte er. „Die Mischung der Dinge, die wir im Moment tun, ist, glaube ich, die richtige.“

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Infektionsraten steigen sprunghaft an

Zuvor hatte Bildungsminister Nadhim Zahawi der BBC erklärt, dass die Daten aus London, wo die Infektionsraten in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen sind, zu stagnieren schienen. Doch er fügte hinzu: „Wir sehen ein Durchsickern der Infektionen in die Altersgruppe der über 50-Jährigen.“ Sie seien besonders von schweren Infektionen und Krankenhausaufenthalten gefährdet.

Weiterhin hat die britische Regierung am Montag die schnellstmögliche Ausstattung von Schulen mit Belüftungsgeräten und genügend Corona-Tests versprochen. So solle sichergestellt werden, dass die Schüler im Laufe dieser Woche wieder in den Unterricht zurückehren können. Schüler der Sekundarstufe müssen Gesichtsmasken tragen, wenn sie nach den Weihnachtsferien in den Unterricht zurückkehren werden, und es könnte angesichts des Personalmangels zu Zusammenlegungen von Klassen kommen. Minister Zahawi sagte dem Fernsehsender Sky News: „Es hat Priorität, die Schulen offen zu halten.“

RND/AP

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