• Startseite
  • Politik
  • Griechenland verlängert Militärdienst wegen Erdgasstreit mit Türkei

Wegen Erdgaskonflikt mit Türkei: Athen verlängert Militärdienst

  • Auf den anhaltenden Konflikt mit der Türkei reagiert Griechenland nun auch mit einer Verlängerung der Wehrpflicht.
  • Betroffene müssen ab Mai zwölf statt neun Monate Militärdienst leisten.
  • Das Land hat im Vergleich zu anderen Nato-Ländern besonders hohe Verteidigungsausgaben.
Anzeige
Anzeige

Athen. Der Militärdienst in Griechenland soll ab Mai von neun auf zwölf Monate verlängert werden. Dies berichtete am Montag die Athener Zeitung „Ta Nea“ unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Damit solle die Zahl der aktiven Wehrpflichtigen und der Berufssoldaten von etwa 100.000 auf 133.000 erhöht werden. Der Grund für die Ausweitung des Dienstes ist der Konflikt mit der Türkei um Energie- und Hoheitsrechte in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer.

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte den Schritt bereits im September angekündigt, ohne einen Zeitpunkt zu nennen. Die meisten griechischen Einheiten sind nach Berichten der griechischen Presse unterbesetzt.

Zusätzlich zum Konflikt mit der Türkei leidet das Heer unter der niedrigen Geburtenquote im Land von derzeit rund 1,3 Prozent. Bleibt dieser Trend so, könnte die griechische Bevölkerung von heute knapp elf Millionen bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf weniger als zehn Millionen Menschen schrumpfen.

Anzeige

Hohe Militärausgaben trotz Finanzkrise

Athen plant außerdem, 18 französische Kampfflieger des Typs Rafale zu kaufen. Das Parlament soll die Anschaffung diese Woche billigen. Darüber hinaus sollen neue Fregatten sowie Munition und anderes Militärzubehör gekauft werden.

Griechenland hat selbst während der schweren Finanzkrise von 2010 bis 2018 an seinen hohen Militärausgaben festgehalten. Nach jüngsten Nato-Vergleichszahlen lag Athen zuletzt im Vergleich mit anderen Bündnispartnern bei den gesamten Verteidigungsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt mit 2,58 Prozent auf Platz zwei hinter den USA.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen