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  • Griechenland öffnet Häfen: Ab Samstag dürfen Kreuzfahrtschiffe wieder anlegen

(K)Ein Schiff wird kommen: Griechenland öffnet Häfen für Kreuzfahrten

  • Nach einer viermonatigen Corona-Zwangspause öffnet Griechenland an diesem Samstag seine Häfen für Kreuzfahrtschiffe.
  • Dabei gelten strikte Hygieneprotokolle.
  • Und es wird lange dauern, bis die Branche wieder in Fahrt kommt.
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Athen. Rund 3,5 Millionen Kreuzfahrttouristen gingen im vergangenen Jahr in den griechischen Häfen an Land. Sie belegen zwar keine Hotelbetten und nehmen ihre Mahlzeiten meist an Bord ein, spielen aber für die örtliche Wirtschaft vieler Inseln eine große Rolle.

Luxusboutiquen und Juweliergeschäfte auf Inseln wie Mykonos, Santorin und Korfu machen mit Kreuzfahrtgästen aus Nordamerika und Asien den Großteil ihrer Umsätze. Auch für die örtlichen Busunternehmer sind die Landausflüge der Kreuzfahrtpassagiere eine wichtige Einnahmequelle.

Sie alle gucken jetzt in die Röhre. 622-mal legten im vergangenen Jahr in Piräus, Griechenlands größtem Hafen, Kreuzfahrtschiffe an. In diesem Jahr sollten es noch mehr werden. Aber seit Mitte März herrscht Flaute. Jetzt will der griechische Tourismusminister Charis Theocharis versuchen, wenigstens den Rest der Saison zu retten.

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Temperaturmessungen und Maskenpflicht an Bord

Ab Samstag dürfen Kreuzfahrtschiffe wieder die Häfen Piräus, Rhodos, Heraklion, Volos, Korfu und Katakolon beim antiken Olympia anlaufen. Sind die Passagiere einmal in einem dieser Häfen registriert, können die Schiffe auch in anderen, kleineren Inselhäfen andocken.

Die Öffnung steht aber unter dem Vorbehalt, dass sich die epidemiologischen Bedingungen nicht dramatisch verschlechtern. Überdies gelten strikte Hygieneprotokolle. Sie richten sich nach den EU-Empfehlungen Healthy Gateways. Einzelheiten will die Regierung in den nächsten Tagen bekannt geben.

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Die Schiffe dürfen nur zu maximal 60 Prozent belegt sein. Die Passagiere müssen beim Check-in ihre Temperatur messen lassen und Gesundheitsfragebögen ausfüllen. An Bord sollen Masken getragen werden, außerdem gelten Abstandsregeln.

Die Reedereien müssen Quarantänekabinen reservieren, in denen Passagiere isoliert werden, wenn sie sich mit Covid-19 infizieren. Strengere Vorschriften gelten auch für die Unterbringung der Besatzungsmitglieder, die bisher an Bord oftmals in sehr beengten Verhältnissen leben.

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Nicht zu erwarten, dass Kreuzfahrtschiffe schnell wieder in See stechen

Tourismusminister Theocharis appellierte an die drei größten bisher in Griechenland aktiven Reedereien – MSC Cruises, Costa Crociere und Tui Cruises –, die üblicherweise bis Ende Oktober dauernde Saison bis zum Jahresende auszudehnen. Dass die Kreuzfahrtschiffe jetzt schnell wieder in See stechen, ist aber nicht zu erwarten.

Celestyal Cruises, eine auf die griechischen Inseln und das östliche Mittelmeer spezialisierte zyprische Reederei, hat ihren Betrieb für dieses Jahr bereits komplett eingestellt. Branchenexperten erwarten, dass die anderen drei großen Reedereien frühestens Ende August oder Anfang September wieder in griechischen Gewässern operieren werden.

Dazu müssen die jetzt in verschiedenen Weltgegenden vor Anker liegenden Schiffe repositioniert und Besatzungen eingeflogen werden, was aber wegen der Einschränkungen im internationalen Luftverkehr nicht einfach ist.

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