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Griechenland attackiert Türkei: Patrouillenschiff soll Flüchtlingsboot absichtlich zum Kentern gebracht haben

  • Ein türkisches Patrouillenschiff soll absichtlich ein Boot mit Flüchtlingen zum Kentern gebracht haben.
  • Dann soll die Küstenwache der Türkei die gekenterten Migranten nicht aus dem Meer gerettet haben.
  • Der zuständige Minister beschwert sich bei der EU wegen Missachtung des Flüchtlingspakts.
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Athen. Griechenland hat der Türkei eine Gefährdung von Migranten auf See und eine Missachtung des Flüchtlingspakts mit der Europäischen Union vorgeworfen. Der griechische Minister für Migration, Notis Mitarachi, bezog sich in einem Brief an EU-Vertreter auf Aussagen von Überlebenden eines Bootsunfalls in der Ägäis Ende Juli.

Die Vorwürfe gingen zurück auf einen Zwischenfall in türkischen Gewässern am 30. Juli, erklärte der Minister in dem Schreiben, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Seitdem würden drei Menschen vermisst. Die griechische Küstenwache habe zehn Menschen gerettet, neun aus türkischen Gewässern und einen, der in griechische Gewässer geschwommen sei. Nach Angaben von Augenzeuge habe die türkische Küstenwache das Boot entdeckt und sich genähert, allerdings nicht versucht, es an seiner Fahrt in Richtung der griechischen Insel Lesbos zu hindern, erklärte Mitarachi. So sei es illegal in EU-Gewässer eingefahren.

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Türkisches Schiff soll Flüchtlingsboot absichtlich zum Kentern gebracht haben

In dem Brief hieß es weiter, das türkische Patrouillenschiff habe absichtlich Wellen produziert, die zum Kentern des Bootes führten. „Anstatt sofort eine Such- und Rettungsaktion durchzuführen, hat sich das türkische Schiff anschließend von der Stelle entfernt“, schrieb der Minister.

Griechenland und die Türkei streiten seit Jahren über den Umgang mit Menschen, die vor Krieg oder Armut aus dem Nahen Osten, aus Afrika und Asien fliehen und in kleinen Booten von der Türkei zu den nahe gelegenen griechischen Inseln übersetzen. Im Rahmen eines Abkommens mit der EU aus dem Jahr 2016 verpflichtete sich die Türkei, die Migrationsbewegungen in Richtung Europa zu kontrollieren, nachdem 2015 etwa eine Million Menschen über Griechenland auf den Kontinent gelangt waren.

Kritik wächst auch an Griechenland

Menschenrechtsorganisationen und Migranten haben Griechenland wiederholt beschuldigt, illegale Sammelabschiebungen von Menschen zu vollziehen, die auf den Inseln ankommen, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, Asyl zu beantragen. Die griechischen Behörden bestreiten das, erklären aber, dass sie die Grenzen streng überwachen.

RND/AP

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