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Gregor Gysi: Der Westen hätte sich mehr von der DDR abschauen sollen

  • Der ehemalige Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, hat die „Arroganz“ der Bundesrepublik nach der deutschen Einheit kritisiert.
  • Weder das System der Kinderbetreuung in der DDR noch ein virologisches Institut seien zum Beispiel übernommen worden.
  • Damit habe sich Deutschland insgesamt geschadet, so Gysi.
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Magdeburg. Deutschland würde es nach Einschätzung des Linken-Politikers Gregor Gysi heute insgesamt besser gehen, wenn die Bundesrepublik sich mehr bei der DDR abgeschaut hätte.

Hätte das vereinte Deutschland etwa das System der Kinderbetreuung der DDR übernommen, hätte das nicht nur das Selbstbewusstsein der Ostdeutschen gestärkt, sagte Gysi am Dienstag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Magdeburg. Die Lebensqualität der Westdeutschen hätte sich dann, durch das Hinzukommen des Ostens, verbessert, sagte Gysi. „Ein solches Erlebnis ist den Westdeutschen nicht gegönnt worden.“

Als weiteres Beispiel nannte Gysi die Gesundheitsversorgung und ganz speziell die Pandemie-Politik. So habe die DDR nach der Hongkonggrippe in den 1970er-Jahren in Berlin ein virologisches Institut aufgebaut, das Pläne für den Fall einer Pandemie ausgearbeitet habe.

Gysi: „Nach der Einheit kam das Konzept in die Tonne“

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„Dann kam die Deutsche Einheit, das Institut wurde geschlossen, die Virologinnen und Virologen wurden nach Hause geschickt und das Konzept kam in die Tonne“, sagte der frühere Fraktionschef der Linken im Bundestag. Diese Arroganz habe Deutschland insgesamt geschadet.

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Neben Gysi diskutierten bei der Veranstaltung am Dienstag die Chefs der Linksfraktion im Bundestag, Amira Mohamend Ali und Dietmar Bartsch, Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow und die Spitzenkandidatin zur Landtagswahl, Eva von Angern, über die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in Ost und West.

Von Angern hatte die aus ihrer Sicht anhaltende westdeutsche Dominanz bei der Besetzung von Führungsposten zu einem zentralen Wahlkampfthema gemacht. Sachsen-Anhalt wählt am Sonntag einen neuen Landtag.

RND/dpa

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