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Greenwashing für Atomkraft und Gas: Unsere Nachkommen werden uns verfluchen

  • Die EU-Kommis­sion plant, Investi­tionen in Atom­kraft und fossiles Gas als nach­haltig einzustufen.
  • Das ist trotz aller Probleme mit dem Ausbau­tempo der Erneuer­baren ein Irrweg, meint Thoralf Cleven.
  • Nötiger denn je ist eine Finan­zierungs­bazooka für Wind­kraft und Solar­energie.
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In Brüssel wird seit Wochen ein Eiertanz sonder­gleichen aufgeführt. Es geht vordergründig ums Klima und die Energie­versor­gung. Ein häufig unter­schlagener Aspekt ist jedoch das poli­tische Über­leben einiger Protago­nisten dieser Auffüh­rung.

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Zehn Jahre nach der Fukushima-Katastrophe: „Die Welt setzt weiterhin auf Kernkraft“
6:35 min
Der Name Fuku­shima steht für die größte Reaktor­kata­strophe seit Tscher­nobyl im Jahr 1986. Ausgelöst durch ein Erdbeben. Bis heute kämpft Japan mit den Folgen.  © RND

Konkret geht es um die sogenannte Taxo­nomie, ein an die EU-Klima­ziele geknüpftes Klassi­fika­tions­system, mit dem die EU Kapital in nach­haltige wirt­schaft­liche Aktivi­täten lenken will. Grund ist, dass immer mehr Inves­toren ihr Geld in grüne, klima­freund­liche Projekte stecken wollen.

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Die EU möchte auch der Atom­energie und dem fossilen Gas das grüne Label verpassen. Als nach­haltige Brücken­techno­logien. Hallo?

Im Energie­bereich sollen durch die Nutzung von Wind, Wasser und Sonne fossile Energie­träger schnellst­möglich abgelöst werden. Leider ist der Ausbau der Anlagen und Netze zum Strom­trans­port hier­zu­lande aus Furcht vor Wählern und Wähle­rinnen politisch vernach­lässigt und verzögert worden.

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Jetzt stehen wir vor dem Dilemma, dass im nächsten Jahr das letzte deut­sche Atom­kraft­werk herunter­gefahren wird, der Kohle­ausstieg wegen des 1,5-Grad-Ziels möglichst vorgezogen werden muss, der Strom­bedarf steigt und die Erneuer­baren möglichst noch heute massiv ausge­baut werden müssen.

Frank­reichs Präsi­dent Macron, dessen Wieder­wahl im April 2022 nicht gewiss ist, macht sich da keinen Stress mit seinen Bürgern und Bürgerinnen. Ehe die sich wieder gelbe Westen anziehen und gegen ihn protes­tieren, ködert er sie mit „sauberem“ und billigem Atom­strom. Das ist der franzö­sische Atom­konsens.

Die EU-Kommis­sion macht sich mit ihren Green­washing­plänen für Atom­energie und Gas zu Hand­langern der Länder, die dem Klima­wandel noch länger tatenlos zugeschaut haben als Deutsch­land. Sie zieht Geld ab von dringend benötigten Investi­tionen in Erneuer­bare. Und sie verlängert den Atom­müll­fluch für unsere Nach­kommen.

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