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Kanzlerin Merkel: Europa hat Vorreiterrolle bei Nachhaltigkeit

  • Auf einer EU-Konferenz hat die Bundeskanzlerin von einer besondere Verantwortung Europas beim Klimaschutz gesprochen.
  • Die Industrieländer müssten „in Vorleistung“ treten gegenüber weniger industrialisierten Ländern.
  • Dabei sieht Merkel auch in der Corona-Pandemie eine Chance.
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Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Europa weltweit als Vorreiter bei einer Entwicklung zu einer nachhaltigeren Lebensweise. Die CDU-Politikerin sagte am Dienstag bei einer Online-Konferenz im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, Europa müsse den Praxisbeweis erbringen, dass sich Wachstum von Emissionen und Ressourcenverbrauch entkoppeln lasse. Die Industrieländer müssten „in Vorleistung“ treten gegenüber weniger industrialisierten Ländern, die aber gerade unter den Folgen des Klimawandels litten.

Die Europäer trügen nicht allein die Verantwortung für den Klimaschutz, sagte Merkel. „Aber wie wir mit unserer Verantwortung umgehen, wird von vielen Seiten der Welt genau beobachtet. Es hängt also maßgeblich auch von unserem Beispiel ab, ob andere Länder nun dabei mitziehen oder nicht.“

„Green Deal“: Umfassende Transformation der Volkswirtschaften

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Dies sei eine Herausforderung, die in Zeiten der Corona-Pandemie nicht leichter geworden sei. In der Krise liege aber auch die Chance, die Widerstandsfähigkeit mit Blick auf Nachhaltigkeit zu schärfen. Kurzfristige Krisenbewältigung und langfristige Zukunftsinvestitionen müssten zusammen gedacht werden. Deutschland unterstütze den Vorschlag der EU-Kommission, die Treibhausgase bis zum Ende des Jahrzehnts um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Dies sei sehr ehrgeizig, aber mit dem „Green Deal“ gebe es einen Wegweiser.

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Eine wirklich umfassende Transformation betreffe auch nachhaltige Landwirtschaft und nachhaltige Mobilität. Es gehe um tiefgreifende strukturelle Anpassungen in den Volkswirtschaften. Betroffene Beschäftigte, deren Jobs wegfielen, dürften nicht allein gelassen werden, sagte Merkel mit Blick auch auf den in Deutschland beschlossenen Kohleausstieg bis spätestens 2038. Wirtschaftliche und soziale Härten eines klimafreundlichen Strukturwandels müssten abgemildert werden. Ansonsten seien Fortschritte im Sinne von mehr Nachhaltigkeit gefährdet. Es gehe um eine breite gesellschaftliche Unterstützung.

RND/dpa

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