Gosens großer Auftritt, Lauterbachs Warnung

  • Die deutsche Mannschaft ist endlich bei der EM angekommen.
  • Mit dem Sieg gegen Portugal hat sie nun gute Chancen auf das Achtelfinale.
  • Für Jogi Löw kann jetzt jedes Spiel das letzte sein.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Spiel gewonnen – das Weiterkommen aber immer noch nicht gesichert: Die Mannschaft von Joachim Löw hat gestern Abend Moral gezeigt, stark gespielt, einen Rückstand umgebogen und sich so alle Chancen auf das EM-Achtelfinale gewahrt.

Das 4:2 gegen Portugal legte Stärken und Schwächen gleichermaßen offen: Nach vorne zeigte das Team seine Gefahr, in der Abwehr ließ es zu viel zu, um Fußball-Deutschland ruhig schlafen zu lassen.

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Mann des Abends: Robin Gosens. Der Außenspieler von Atalanta Bergamo war an drei Toren direkt beteiligt, Sprechchöre begleiteten seine Auswechslung. Meine Sportkollegen gaben ihm die Note Eins. Erstaunlich für einen, den vor wenigen Wochen noch die wenigsten kannten. Unser Sportchef Heiko Ostendorp lobt auch den Trainer Joachim Löw: „Nachdem die EM nun richtig losgegangen ist, sollte Deutschland für die letzten (maximal) fünf Spiele des Bundestrainers endlich mal wieder zusammenstehen und dem Mann Vertrauen schenken, der dieses über ein Jahrzehnt lang gerechtfertigt und seine Mannschaft bei fünf Endrunden hintereinander immer mindestens bis ins Halbfinale geführt hat.“

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Das Weiterkommen hat die DFB-Elf nun in der eigenen Hand. Im letzten Gruppenspiel gegen Ungarn könnte schon ein Unentschieden reichen – der komplizierte Modus der EM macht es möglich. Heute absolviert die erste Gruppe ihren dritten Spieltag.

Für Bundestrainer Löw ist jetzt jedes Spiel ein Endspiel – das eigentliche Finale ist für ihn und sein Team aber noch in weiter Ferne. Über den Austragungsort des EM-Endspiels wird gerade wieder heftig diskutiert. Eigentlich sollen die Finals in Wembley steigen – allerdings wirft die Delta-Variante des Coronavirus gerade auf der Insel viele Pläne über den Haufen.

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Der SPD-Gesundheits­experte Karl Lauterbach plädiert deshalb für eine Verlegung. „Die Delta-Variante ist einfach zu gefährlich. Das ist eine Gefährdung der Bürger Englands und der Bürger Europas“, sagt er. „Man müsste die Spiele in ein anderes europäisches Land verschieben.“

Als Ausweichort ist unter anderem Budapest im Gespräch. Ob das eine kluge Wahl wäre, sei dahingestellt. Zum einen lösen die Bilder aus dem voll besetzten Stadion dort schon jetzt Kopfschütteln aus: Zehntausende Zuschauer und Zuschauerinnen, eng beieinander, die meisten von ihnen ohne Maske – für viele ist das ein falsches Signal in Zeiten, in den gerade eine neue Mutante droht.

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Delta-Variante in Großbritannien: Kein EM-Finale in Wembley?
1:11 min
Rund um die Finalspiele der Euro 2020 im Londoner Wembley-Stadion ist eine coronabedingt heftige Diskussion entbrannt.  © Reuters

Und außerdem tut sich Ungarn nicht gerade als europäisches Musterland hervor. Für ihre homophoben Reformen steht die Orbán-Regierung immer wieder in der Kritik. Zehntausende Unterzeichnerinnen und Unterzeichner einer Petition fordern nun, das Münchner EM-Stadion zum Spiel gegen Ungarn in den Regenbogenfarben leuchten zu lassen – als Zeichen für Vielfalt.

Im letzten Gruppenspiel geht es um viel – vielleicht sogar um mehr als nur Fußball.

Zitat des Tages

Das warme Wetter lockt die Menschen in Deutschland an die Gewässer. Mindestens 18 von ihnen sind allerdings in den vergangenen Tagen bei Badeunfällen ums Leben gekommen.

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Leseempfehlungen

Ohne Test nach Spanien oder Kroatien: Fast alle Bundesländer in Deutschland stehen seit dieser Woche auf der sogenannten grünen Liste der ECDC und gelten damit aus EU-Sicht nicht mehr als Risikogebiete. Damit fallen für viele Urlauberinnen und Urlauber Reisebeschränkungen. Bei Einreise nach Spanien und Kroatien etwa ist kein Test mehr nötig. Nur für zwei Bundesländer gelten noch Einschränkungen.

Das Dokumentations­zentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung eröffnet in Berlin nach jahrzehntelangem Streit. Direktorin Gundula Bavendamm wollte das Haus „im Windschatten“ halten. Da gehört es aber nicht hin, die Diskussionen um Flucht und Vertreibung sind aktueller denn je, berichtet Jan Sternberg.­

Aus unserem Netzwerk: Ein Herz auf der Ostsee

Der amerikanische Zerstörer „Roosevelt“ hat am Freitag während der Wartezeit vor Kiel ein großes Herz in die Ostsee gefahren. Dem außergewöhnlichen Kurs war ein missglücktes Einlaufmanöver vorausgegangen, wie die „Kieler Nachrichten“ berichten.

Termine des Tages

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Am Weltflüchtlingstag demonstrieren in mehreren Großstädten Menschen für eine humane Migrationspolitik.

15 Uhr: Die Formel 1 gastiert in Frankreich. Max Verstappen will die Führung in der Gesamtwertung ausbauen.

19 Uhr: Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und CSU-Chef Markus Söder kommen mit den Präsidien der Schwesterparteien zu letzten Beratungen über das gemeinsame Programm zur Bundestagswahl zusammen.

EM-Spielplan

18 Uhr: Italien – Wales und Schweiz – Türkei

Wer heute wichtig wird

Es könnte laut werden am Treptower Park in Berlin: Unter dem Motto „Alle in einem Boot, die Zweite: Rave-o-lution! Denn nicht tanzen ist auch keine Lösung!“ demonstrieren und feiern heute Electroliebhaberinnen und ‑liebhaber für die Clubkultur. © Quelle: imago images/Travel-Stock-Image

Der Podcast des Tages: Staat, Sex, Amen

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Ihr Christian Palm

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