Glyphosat im heimischen Garten? Verbot könnte 2020 kommen

  • Glyphosat steht im Verdacht, Krebserkrankungen zu befördern.
  • Seit Jahren wird über ein mögliches Verbot des Pflanzenschutzmittels debattiert.
  • Jetzt will die Bundesregierung den Einsatz in heimischen Gärten untersagen.
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Berlin. Die Bundesregierung will den privaten Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel möglichst noch in diesem Jahr verbieten.

“Diese Maßnahme ist ein Bestandteil der systematischen Glyphosat-Minderungsstrategie der Bundesregierung, die insbesondere mit einer Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung umgesetzt werden soll”, kündigt der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesagrarministeriums, Uwe Feiler, auf eine ‘Schriftliche Frage’ aus der Grünen-Bundestagsfraktion an.

Die Änderungsverordnung, so Feiler, befinde sich in der Abstimmung zwischen den zuständigen Bundesressorts. “Ein Inkrafttreten wird möglichst bald in diesem Jahr angestrebt”, heißt es in der Antwort, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

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Das Verbot von Glyphosat für Privatanwender plant die Bundesregierung seit rund vier Jahren. Inzwischen denkt der Hersteller Bayer selbst laut Presseberichten über einen Rückzug aus dem Glyphosatgeschäft mit Privatkunden nach. Das kann auch daran liegen, dass es sich mit einem Mengenanteil von unter einem Prozent am Gesamtgeschäft schlicht nicht mehr rechnet.

In Frankreich gilt seit einem Jahr Verbot

In Frankreich gilt ein Privatanwender-Verbot für das Mittel, das unter Verdacht steht, Krebserkrankungen zu befördern, bereits seit mehr als einem Jahr – und das nicht nur für Glyphosat, sondern für alle Pestizide.

Der Agrarexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Harald Ebner, hält das Verbot von Glyphosat für Privatanwender in Deutschland für überfällig. “Nach vier Jahren würde ich allerdings nicht allzu viel darauf wetten, dass Julia Klöckner das wirklich in diesem Jahr hinbekommt”, so Ebner gegenüber dem RND. “Angestrebt hat sie vieles schon lange.”

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Grüne kritisieren Verzögerung

Es sei unbegreiflich, weshalb die Bundesregierung das schon vor vier Jahren angekündigte Privatanwender-Verbot bis heute noch nicht hinbekommen hat. Niemand brauche einen Allround-Pflanzenvernichter im heimischen Garten, sagte Ebner. “Nach amtlicher Bewertung ist Glyphosat nur bei ‘sachgemäßer Anwendung’ sicher. Es dürfte also ohnehin überhaupt nicht für Privatanwender zugelassen sein. Fehlanwendungen, die die eigene Gesundheit und die Umwelt gefährden, sind bei Laien programmiert.”

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Trotz der Verzögerungen begrüßen die Grünen das Privatanwender-Verbot als “richtig und wichtig". Die restlichen 99 Prozent Glyphosat in Deutschland würden damit allerdings noch um keinen Tropfen gemindert, kritisierte Ebner. "Der echte Glyphosat-Ausstieg muss in der Landwirtschaft passieren, und dafür hat Julia Klöckner nach wie vor weder Plan noch Konzept.”

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