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Globale Steuerreform: Deutschland ist Gewinner der weltweiten Mindeststeuer

  • Deutschland zählt zu den Gewinnern der globalen Mindeststeuer.
  • Zu dieser Einschätzung kommt das Münchner Ifo-Institut in einer Studie für das Bundesfinanzministerium, aus der die „Welt am Sonntag“ zitiert.
  • Jährlich fließen demnach bis zu 900 Millionen Euro nach Deutschland.
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München. Nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts profitiert Deutschland in großem Maße von der globalen Mindeststeuer. Deutschland zähle „zu den Reformgewinnern“, wie aus der bislang unveröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Demnach müssen Konzerne auf der ganzen Welt jährlich mindestens 900 Millionen Euro mehr Steuern an Deutschland zahlen. Im Fokus stehen besonders große und profitable Unternehmen, die einen Jahresumsatz von mindestens 20 Milliarden Euro und einer Ertragsmarge von zehn Prozent und mehr vorweisen. Sie sollen in Zukunft mehr Steuern an jene Länder zahlen, wo ihre Kunden sitzen.

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G20: Industrie- und Schwellenländer billigen Steuerreform
1:15 min
Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen bis Oktober letzte Einzelheiten zur geplanten globalen Steuerreform klären.  © Reuters

Mindeststeuer bringt Deutschland bis zu 900 Millionen Euro

Ausländische Unternehmen auf dem deutschen Markt müssen laut Ifo-Institut jährlich zwischen 900 Millionen und 1,2 Milliarden Euro mehr Steuern in Deutschland abführen. Allerdings müssen deutsche Unternehmen auch mehr Steuern an andere Länder zahlen. So entgehen dem deutschen Staat Steuern rund 200 Millionen Euro jedes Jahr, so die Berechnungen. Insgesamt profitiert Deutschland somit von zusätzlichen Steuereinnahmen zwischen 700 und 900 Millionen Euro im Jahr.

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Rund 100 Unternehmen weltweit müssen nach Berechnungen des Ifo-Instituts durch die Reform mehr Steuern in jenen Ländern abführen, in denen sie Kunden haben. Darunter befinden sich auch die folgenden acht deutsche Unternehmen: Ceconomy, Deutsche Telekom, Henkel, RWE, Bayer, SAP, Adidas und Deutsche Post.

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Die Finanzminister der großen Industrie- und Handelsstaaten (G20) hatten am Samstag eine globale Steuerreform beschlossen. Die Reform mit einer Mindeststeuer von 15 Prozent und einer neuen Verteilung der Besteuerungsrechte unter den Staaten soll 2023 in Kraft treten. Nach EU-Angaben könnte Deutschland zudem durch die geplante 15-prozentige Mindeststeuer 5,7 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen.

Gleichzeitig gibt es heftige Kritik an der beschlossenen Mindeststeuer, weil davon vor allem die reichen Industrieländer profitieren. Experten sprechen gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sogar von „kolonialer Ausbeutung“ und kritisieren, dass Druck auf Entwicklungs- und Schwellenländer ausgeübt worden sei.

RND

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