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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Leiharbeiter gehen oft leer aus

  • Seit 2017 steht der “Equal Pay”-Grundsatz im Gesetz.
  • Danach müssen Leiharbeiter nach spätestens neun Monaten genauso bezahlt werden wie direkte Kollegen aus der Stammbelegschaft.
  • Nur: Die wenigsten Leiharbeiter erreichen diese Frist, wie neue Zahlen aus dem Arbeitsministerium zeigen.
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Berlin. Gut 70 Prozent der Leiharbeiter in Deutschland profitieren nicht von den gesetzlichen Vorgaben zur gleichen Bezahlung wie Stammbeschäftigte. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Seit April 2017 ist das Prinzip “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” gesetzlich verankert: Leiharbeitnehmer müssen nach spätestens neun Monaten im Betrieb genauso bezahlt werden wie reguläre Beschäftigte des Unternehmens.

Laut Bundesarbeitsministerium wurden in der ersten Jahreshälfte 2019 rund 677.000 Leiharbeitsverhältnisse neu begonnen – und etwa 694.000 beendet. 320.162 dieser Jobs endeten bereits nach weniger als drei Monaten. Das entspricht einem Anteil von 46,1 Prozent.

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489.242 Leiharbeitsverhältnisse dauerten nicht länger als neun Monate. Laut Bundesagentur für Arbeit lag der mittlere Bruttolohn von Vollzeit-Leiharbeitern zuletzt bei 1.928 Euro. Zum Vergleich: Das mittlere Entgelt von Beschäftigten mit Vollzeitjob lag bei 3.304 Euro.

“Ab dem ersten Arbeitstag...”

Vom “Equal Pay”-Grundsatz kann aufgrund tariflicher Vereinbarungen abgewichen werden. Laut Bundesregierung waren im Juli vergangenen Jahres 29 Tarifverträge registriert, in denen eine Abweichung vom Gleichstellungsgrundsatz für mehr als neun Monate vereinbart wurde.

Nach spätestens 15 Monaten Überlassungsdauer wird jedoch ein Entgelt gleichwertig mit dem tarifvertraglichen Arbeitsentgelt vergleichbarer Arbeitskräfte in der Einsatzbranche erreicht.

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Der AfD-Arbeitsmarktpolitiker Springer sagte dem RND, Ziel einer verantwortungsvollen Politik müsse es sein, einen angemessenen Interessensausgleich zwischen Arbeitgebern und Leiharbeitern zu schaffen. “Wirtschaftliche Vorteile, die Unternehmen durch den flexiblen Personaleinsatzes erzielen, müssen sich in einer gerechten Entlohnung widerspiegeln. Das bedeutet gleicher Lohn für gleiche Arbeit und zwar ab dem ersten Arbeitstag”, sagte der Bundestagsabgeordnete.




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