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Ginsburg-Nachfolgerin: Die Top-Anwärterinnen für den Supreme Court

  • Nach dem Tod von US-Richterin Ruth Bader Ginsburg soll ihr Amt am Supreme Court schnell neubesetzt werden.
  • US-Präsident Donald Trump hat versprochen, dass eine Frau den Posten bekommt.
  • In die engere Auswahl könnten folgende Juristinnen fallen.
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Washington. US-Präsident Donald Trump hat versprochen, den nach dem Tod von Richterin Ruth Bader Ginsburg freigewordenen Posten am Supreme Court wieder mit einer Frau zu besetzen. Ein Blick auf die aussichtsreichsten Anwärterinnen:

Amy Coney Barrett: Religiös, konservativ

Die 48-jährige Barrett gilt gemeinhin als Top-Favoritin. Schon bei Trumps zweiter Nominierung eines Richters für den Supreme Court galt Barrett als Finalistin. Doch Trump entschied sich damals für Brett Kavanaugh.

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Die gläubige Katholikin Barrett ist Mutter von sieben Kindern und damit Lieblingskandidatin von religiösen Konservativen. Sie gilt als strikte Abtreibungsgegnerin und versicherte in einer Anhörung für das Berufungsgericht 2017, dass sie ihren Glauben zwar ernst nehme, er aber nicht mit ihren Pflichten als Richterin kollidiere.

Barrett wurde bereits von Trump für das Berufungsgericht des 7. Bezirks nominiert und im Oktober 2017 vom Senat bestätigt. Seitdem hat sie an mehr als 100 Rechtsgutachten mitgeschrieben, aus denen ihre konservative Haltung deutlich hervorgeht.

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Nach Ginsburgs Tod: Trump will Richterin für Supreme Court nominieren
1:12 min
Am Samstag nannte Donald Trump die Namen von zwei Bundesrichterinnen, Amy Coney Barrett und Barbara Lagoa.  © Reuters

Barrett hat auch als Referentin für den 2016 gestorbenen konservativen Richter am Supreme Court Antonin Scalia gearbeitet. In Washington arbeitete sie in einer privaten Anwaltskanzlei, bevor sie 2002 Professorin an der Universität Notre Dame in Indiana wurde.

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Barrett ist mit Jesse Barrett verheiratet, einem früheren Bundesstaatsanwalt, der Teilhaber einer Anwaltskanzlei in South Bend ist. Zwei ihrer sieben Kinder sind aus Haiti adoptiert, ein Kind hat besondere Bedürfnisse.

Barbara Lagoa: Wähler in Florida zurückgewinnen

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Die 52-jährige Lagoa wuchs in dem von Latinos geprägten Stadtteil Hialeah in Miami auf und ist die Tochter kubanischer Exilbürger, die vor dem kommunistischen Regime von Fidel Castro geflohen sind. Sie spricht fließend Spanisch und gilt als solide konservative Richterin.

Lagoas mögliche Nominierung könnte eine Möglichkeit für Trump bieten, nachlassende Unterstützung in Florida zurückzugewinnen. Jüngste Umfragen zeigen, dass dort der demokratische Kandidat Joe Biden mit einem knappen Vorsprung gewinnen könnte, wenn am 3. November der Präsident gewählt wird.

Viele Senatorinnen und Senatoren dürften Lagoa bereits kennen, denn Trump hat sie erst 2019 für das Berufungsgericht des 11. Bezirks nominiert. Der Senat bestätige sie dafür im November mit großer Mehrheit. Am Samstag sagte Trump, er habe Lagoa noch nicht getroffen, doch "sie ist hispanisch und hoch angesehen".

Ihren Juraabschluss machte Lagoa 1992 an der Columbia Universität in New York. Sie ist mit Paul Huck Jr. verheiratet, einem Anwalt aus Miami. Das Paar hat drei Kinder.

Joan Larsen: Universitätsgelehrte

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Die 51-jährige Larsen war bis zu ihrer Nominierung am Obersten Gericht in Michigan 2015 eine relativ unbekannte Universitätsgelehrte. 2017 kam sie ans Berufungsgericht des in Cincinnati ansässigen Berufungsgerichts für den 6. Bezirk.

Larsen wuchs in Iowa auf und ergatterte nach ihrem Juraabschluss 1993 ein Praktikum bei Richter Scalia. Nach der Wahl von George W. Bush zum Präsidenten begann sie im Büro für Rechtsberatung des Justizministeriums zu arbeiten. Als sie später zum Unterrichten zurückkehrte, sprach sie sich für eine weitreichende Sicht auf die Macht des Präsidenten aus.

Larsen ist mit dem Juraprofessor Adam Pritchard verheiratet, einem Experten für Unternehmens- und Sicherheitsrecht. Sie haben zwei Kinder.

Allison Jones Rushing: die Jüngste

Die mit 38 Jahren jüngste Anwärterin auf den Posten wurde vor 18 Monaten an das Berufungsgericht im 4. Bezirk in Richmond berufen. Käme Rushing an den Supreme Court, wäre sie die jüngste Richterin dort seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Rushing kommt aus North Carolina und ihre Nominierung wird von dem Stabschef des Weißen Hauses Mark Meadows favorisiert, der ebenfalls von dort kommt.

Rushing machte ihren Juraabschluss 2007 an der Duke Universität und arbeitete später für Richter Neil Gorsuch, der damals Berufungsgericht tätig war und jetzt am Supreme Court arbeitet. Sie hat auch für dessen heutigen Kollegen Richter Clarence Thomas gearbeitet.

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Während Rushing studierte, absolvierte sie 2005 ein Praktikum bei der Alliance Defending Freedom, einer konservativen christlichen Rechtsgruppe, die gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und weitreichende Rechte von Transgender-Menschen kämpft. Demokraten haben sie deshalb als "eine junge, ideologische Extremistin" bezeichnet.

Rushing ist mit Blake Rushing verheiratet, die beiden haben einen kleinen Sohn.

Kate Comerford Todd: Vizeberaterin im Weißen Haus

Die 45-jährige Todd ist die einzige Anwärterin, die noch nie als Richterin gearbeitet hat. Sie ist Vizeberaterin für das Weiße Haus und hat eine enge Verbindung zu Trumps Regierung. Dies könnte für die Demokraten ein Angriffspunkt sein, die sich ihren Mangel an Erfahrung vornehmen und infrage stellen könnten, wie unabhängig sie ist.

Ihren Abschluss machte Todd an der Cornell Universität, bevor sie die Harvard Law School besuchte. Sie hat ebenfalls für Richter Thomas am Supreme Court und in einer Privatkanzlei gearbeitet. Später wurde sie Vizepräsidentin und Chefberaterin für das Chamber Litigation Center, der Juristenabteilung der Handelskammer der USA.

Todd ist mit Gordon Dwyer Todd verheiratet, der Teilhaber einer Anwaltskanzlei in Washington ist, die sich auf die Verteidigung von Büroangestellten und Regierungsrechtsstreits spezialisiert hat. Das Paar lebt mit seinen vier Kindern im Norden von Virginia.

RND/AP

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