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Giffey: Mehr Hilfen für Familien mit psychisch oder suchtkranken Eltern

  • Millionen Kinder leben in Deutschland unter schwierigsten Bedingungen, weil ihre Eltern drogenabhängig sind oder unter psychischen Erkrankungen leiden.
  • Sie bekommen oft nicht die Unterstützung, die sie benötigen
  • Familienministerin Giffey will das ändern.
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Berlin. Rund vier Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland wachsen mit Eltern auf, die psychisch oder suchtkrank sind. Sie sind besonders hohen Belastungen ausgesetzt und haben nach Untersuchungen ein deutlich erhöhtes Risiko, später ebenfalls psychisch krank zu werden. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will daher die Unterstützung für derartige Familien ausweiten und plant, Vorschläge einer von ihr eingesetzten Expertenkommission umzusetzen. „Wir wollen, dass es für Eltern einfacher wird, sich genau die Hilfe zu holen, die sie benötigen“, sagte Giffey dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Viele Angebote ungenutzt

„Eltern mit einer psychischen oder einer Suchterkrankung fällt es oft schwer, sich Hilfe für sich und ihre Kinder zu holen. Das führt dazu, dass die vielen guten Angebote der Kinder- und Jugendhilfe gerade bei den Familien nicht ankommen, die besonders dringend Unterstützung brauchen“, betonte Giffey. Konkret geplant ist, dass betroffene Familien künftig einen neuen Rechtsanspruch auf sogenannte Alltagsunterstützung bekommen.

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Damit können sie bei Problemen unkompliziert und schnell eine Haushaltshilfe oder eine zusätzliche Kinderbetreuung bekommen, ohne einen Extraantrag beim Jugendamt stellen zu müssen. Sie dürfen sich stattdessen unmittelbar an eine Beratungsstelle oder ein Familienzentrum wenden. Damit soll gewährleistet werden, dass ernsthafte Krisen erst gar nicht entstehen.

Kinder sollen selbst Hilfe holen können

Geplant ist zudem, dass sich betroffene Kinder und Jugendliche künftig selbst und auch ohne Einverständnis der Eltern Hilfe holen können. Denn es ist oft so, dass Eltern mit psychischen oder Suchterkrankungen gar nicht erkennen, dass sie oder die Kinder Unterstützung benötigen. Bisher ist eine Beratung für Kinder und Jugendliche im Jugendamt aber nur dann möglich, wenn eine sogenannte „Not- und Konfliktlage“ vorliegt. Künftig soll eine derartige Beratung ohne jede Bedingung möglich sein.

In der Arbeitsgruppe, die auf einen parteiübergreifenden Beschluss des Bundestags aus dem Sommer 2017 zurückgeht, waren Vertreter verschiedener Ministerien, der Bundesdrogenbeauftragten und aus Fach- und Sozialverbänden vertreten. Giffey sagte, die Empfehlungen sollten unter anderem in den geplanten Gesetzentwurf zur Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe eingearbeitet werden. „Als Familienministerin begrüße ich diese Empfehlungen sehr“, betonte sie.

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RND

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