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Gewalt beim Fußball: Innenminister der Länder wollen einschreiten

  • Die Innenminister der Länder wollen die zunehmende Gewalt in unteren Fußballligen bekämpfen.
  • Niedersachsens Ressortchef Boris Pistorius (SPD) kündigt ein bundesweites Lagebild an.
  • Sein Schweriner Amtskollege Lorenz Caffier (CDU) sagt: So wie heute kann es nicht weitergehen.
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Berlin. Die zunehmende Gewalt auf Fußballplätzen in unteren Ligen wird Thema auf der dreitägigen Innenministerkonferenz (IMK) kommende Woche in Lübeck. Das geht aus einer Beschlussvorlage von Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Freitag) vorliegt. Caffier führt die Unionsinnenminister an.

Unterstützung findet der Vorstoß beim Sprecher der SPD-Innenminister, Niedersachsens Ressortchef Boris Pistorius. „Unterhalb der 4. Ligen beginnt der Breitensport Fußball. Die Zahlen aus Niedersachsen in der vergangenen Saison sagen aus, dass es in 425 Spielen Gewaltdelikte gab, die mit Abstand meisten davon im Herrenbereich“, sagte Pistorius dem RND.

In gut zwei Dritteln waren dabei laut Pistorius ausschließlich oder auch Schiedsrichter Opfer von Angriffen durch Spieler oder auch Zuschauer oder Betreuer. „Ich befürchte, dass sich vor dem Hintergrund solcher Zahlen langfristig immer weniger junge Menschen ehrenamtlich als Schiedsrichter engagieren wollen“, sagte der SPD-Politiker.

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Pistorius kündigte ein bundesweit zusammengeführtes Lagebild an, um noch mehr Informationen darüber sammeln, „wie genau sich diese Problematik entwickelt und welchen Handlungsbedarf es geben könnte“. Für besonders halte er es, „dass immer, wenn etwas strafrechtlich Relevantes auf den Sportplätzen passiert, es auch zur Anzeige gebracht wird. Denn nur weil etwas in der Freizeit passiert, ist es noch kein Kavaliersdelikt. Auch darauf wollen wir mit unserem Beschluss bei der IMK hinweisen“, sagte Pistorius.

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Caffier sagte dem RND, er werde es nicht akzeptieren, dass in den unteren Fußballligen immer mehr Spieler, Schiedsrichter und Zuschauer mit Gewalt bedroht oder sogar Opfer von Gewalt werden. „Fußball ist ein Fest und es soll gefeiert werden. Wer das nicht begreift, muss die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.“

Wichtig sei nun, ein gemeinsames Lagebild als Grundlage für weitere Maßnahmen in den Ländern zu erstellen. „So kann es jedenfalls nicht weitergehen“, sagte Caffier.

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