GEW pocht auf Fernunterricht ab Inzidenz 100

  • In der großen Koalition wurde bis zuletzt am Entwurf für die Änderungen am Infektionsschutzgesetz gefeilt.
  • Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält die nun vorgeschlagenen Regeln aber für unzureichend.
  • Sie erhebt mehrere Nachforderungen, mit denen aus ihrer Sicht die Sicherheit von Lehrern und Schülern verbessert werden könnte.
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Berlin. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält die Änderungen am Infektionsschutzgesetz für nicht ausreichend, um Lehrer und Schüler in der Corona-Pandemie gut zu schützen und pocht auf Fernunterricht ab Inzidenzwert 100. „Der jetzt geplante Inzidenzwert von 165, ab dem Schulen auf Fernunterricht umstellen sollen, ist immer noch zu hoch“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern werden damit Risiken ausgesetzt, die die Politik in anderen Teilen der Gesellschaft nicht für akzeptabel hält.“

Tepe betonte: „Die GEW setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, dass Schulen ab einem Wert von 100 auf Fernunterricht umschalten und Kitas geschlossen werden.“ Sie setzte hinzu: „Nur so ist der Gesundheitsschutz für Lehrkräfte, Kita-Fachkräfte, Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern zu sichern.“

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Wer das – grundsätzlich richtige – Ziel verfolge, Schulen und Kitas so lange wie möglich offen zu halten, müsse dafür die Voraussetzungen schaffen und den Gesundheitsschutz aller Beteiligten sicherstellen, so die Gewerkschaftschefin. „Dies ist gut ein Jahr nach Beginn der Pandemie immer noch nicht geschehen“, kritisierte sie.

„Es gibt keine alltagstaugliche, stringente Teststrategie, die Impfung der an Schulen und Kitas Beschäftigten geht im Schneckentempo voran. Luftfilter für Klassen- und Gruppenräume sind bis heute die Ausnahme“, so Tepe. Weiterhin fehle flächendeckendes WLAN, Lehrer wie Schüler seien vielfach nicht mit digitalen Endgeräten ausgestattet, „ganz zu schweigen von der Einstellung der dringend benötigten IT-Fachleute“, führte sie aus.

Das A und O bleibt die schnelle und deutliche Erhöhung des Impftempos“, sagte die GEW-Chefin. „Dafür müssen alle Lehrkräfte und weitere im Bildungsbereich Beschäftigte in die Impfgruppe 2 aufgenommen werden“, forderte Tepe. „Nur Impfungen bieten einen hohen Schutz für alle Menschen in Schulen, Kitas, Hochschulen und der Erwachsenenbildung.“

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