GEW fordert: Kultusminister müssen ihre Hausaufgaben machen

  • Kurz vor der Sitzung von Kanzlerin und Ministerpräsidenten zur Corona-Politik wendet sich die GEW mit einem Appell an die Ministerpräsidenten.
  • Die Kultusminister müssten verpflichtet werden, die schrittweise Öffnung von Schulen besser vorzubereiten.
  • Dabei geht es um die Themen Testen und Impfen – aber auch um die Frage eines Stufenplans.
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Berlin. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten appelliert, die Kultusminister dazu zu verpflichten, die Öffnung von Schulen besser vorzubereiten – und sie wirft den Kultusministern zunehmend skandalöses Verhalten vor.

„Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten müssen die Kultusministerkonferenz (KMK) verpflichten, endlich ihre Hausaufgaben zu machen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wer Schulen und Kitas weiter öffnen will, muss testen und impfen.“

Der logistische Aufwand

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Dafür bräuchten die Bildungseinrichtungen jetzt so schnell wie möglich eine bis ins Detail durchdachte Teststrategie, so Tepe: „Elf Millionen Schülerinnen und Schüler, über 800.000 Lehrkräfte sowie alle anderen an der Schule Beschäftigten regelmäßig zu testen bedeutet einen großen logistischen Aufwand – unabhängig vom Testverfahren.“ Zudem müssten ausreichend Tests zur Verfügung gestellt werden. Dies sei bisher nicht der Fall.

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„Wenn über Grund- und Förderschulen sowie Abschlussklassen hinaus Schülerinnen und Schüler in Präsenz unterrichtet werden sollen, müssen auch alle weiteren Lehrkräfte sowie Sozialarbeiter und -pädagogen in der Impfpriorisierung in Gruppe zwei vorgezogen werden und schnellstmöglich ein Impfangebot erhalten“, forderte Tepe. „Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler, insbesondere an beruflichen Schulen.“ Denn je älter die Kinder und Jugendlichen seien, desto eher könnten auch sie das Virus verbreiten.

„Für den Einstieg in den Schulbetrieb ist und bleibt der Wechselunterricht das Mittel der Wahl“, sagte Tepe. Mit diesem Modell seien Gesundheitsschutz für alle an Schule Beteiligten und das Recht auf Bildung am besten unter einen Hut zu bringen.

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„Es ist zunehmend skandalös, dass die Kultusministerinnen und Kultusminister auf ihre Hoheit im Bildungsbereich pochen und trotz steigender Inzidenzwerte sowie der wachsenden Gefahr durch Corona-Mutationen weitere Öffnungen der Schulen ankündigen, aber bis heute weder einen gemeinsamen Stufenplan vorgelegt noch gemeinsame Vorstellungen entwickelt haben, wie die Schritte in den Unterricht aussehen sollen“, kritisierte die GEW-Chefin. „Eine realistische Impf- und Teststrategie: ebenfalls Fehlanzeige!“

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