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Corona-Expertenrat warnt vor Krankenhaus­belastung und fordert mehr Kontakt­beschränkungen bei Personal­engpässen

Der Corona-Expertenrat zu Beginn einer virtuellen Sitzung im Dezember.

Berlin. Der Expertenrat der Bundesregierung fordert wegen der Ausbreitung der neuen Corona-Variante Omikron schnelle zusätzliche Krisenvorkehrungen im Gesundheitswesen. „Ein hohes Patientenaufkommen kombiniert mit akutem Personalmangel kann innerhalb von kurzer Zeit die allgemeine medizinische Versorgung in Deutschland gefährden“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten neuen Stellungnahme des Gremiums, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

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Insbesondere müsse eine vermehrte Beanspruchung der Notaufnahmen und Normalstationen in Kliniken vorbereitet werden. Stufenkonzepte zur Aktivierung zusätzlicher Versorgungsbereiche für infektiöse Patienten sollten daher umgehend erarbeitet werden.

Ausbreitung von Omikron: Lauterbach für verkürzte Quarantäne

Das Konzept soll Grundlage für die Beschlüsse von Bund und Ländern am Freitag sein.

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Der Expertenrat betont, die Aufrechterhaltung der Versorgung werde auch nur durch eine abgestufte Aussetzung planbarer Eingriffe und eine entsprechende Umverteilung von Personalressourcen möglich sein. „Daher sollten in allen Bundesländern Vorbereitungen zur Reduktion planbarer Eingriffe getroffen werden, die im Falle einer starken Belastung ad hoc aktiviert werden können.“

Mit Blick auf mögliche weitere Alltagsbeschränkungen schreibt das Gremium in der einstimmig gefassten Stellungnahme: „Sollte absehbar in den kommenden Wochen die Belastung durch hohe Infektionszahlen und Personalausfälle zu hoch werden, ist kurzfristig eine weitere Intensivierung der Kontaktbeschränkungen erforderlich.“

Zu den Vorschlägen einer überarbeiteten Quarantäne äußerte sich der Expertenrat nicht konkret. Für die Aufrechterhaltung der Versorgung sei eine „ausgewogene Quarantäneregelung erforderlich“, heißt es lediglich. An die Leitungen von medizinischen Einrichtungen müsse appelliert werden, auf eine hohe Impf- und Boosterimpfquote hinzuwirken. Niederschwellige Impfangebote sollen nochmals intensiviert werden.

Marburger Bund: Fehler, nur auf Intensivstationen zu achten

Der größte deutsche Ärzteverband Marburger Bund unterstützt den Fokus auf die Normalstationen der Kliniken und bezeichnete es als „Fehler“, wenn man nur auf die Belegung der Intensivstationen achte. „Wenn man nur die Intensivbetten­belegung als Maßstab für Corona-Maßnahmen heranziehen würde, wäre das zu kurz gegriffen und bei Omikron sogar trügerisch. Denn der Großteil der Fälle muss in den Notaufnahmen und auf den Normalstationen behandelt werden“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna dem RND.

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Sie rechne schon bald mit vielen Omikron-Patienten, die einen höheren Aufwand in den Krankenhäusern erfordern. „Sie müssen isoliert werden, brauchen zum Teil Sauerstoff und das Personal muss Schutzkleidung anziehen. Es entsteht ein erheblicher zusätzlicher logistischer Aufwand.“

Johna erklärte: „Wir werden erneut in großem Umfang ärztliches und pflegerisches Personal aus anderen Abteilungen schulen müssen, um Covid-Patienten fachgerecht zu betreuen“. Dieses Personal fehle dann in anderen Bereichen.

RND/dpa/scs

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