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Gesundheitsminister Spahn: „Das Virus gibt nicht einfach auf“

  • Die britische Coronavirus-Variante hat bei den Neuinfektionen einen Anteil von 22 Prozent erreicht, eine Zahl, die der Politik Sorgen bereitet.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler haben heute in einer Pressekonferenz über die aktuellen Entwicklungen informiert.
  • „Das Virus gibt nicht einfach auf“, sagte Spahn.
Anja Gribhofer
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Berlin. Die britische Coronavirus-Mutante verbreitet sich, laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt ihr Anteil bei den Infektionen in Deutschland mittlerweile bei 22 Prozent – eine Entwicklung, die Gesundheitsminister Jens Spahn trotz sinkender Infektionszahlen besorgniserregend nennt. Heute haben Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler in einer Pressekonferenz über die aktuellen Entwicklungen informiert. „Das Virus gibt nicht einfach auf“, so Spahn.

Lothar Wieler warnte vor unbedachten Lockerungen. „Das Virus hat einen Boost erhalten. Ich rechne mit weiteren Ausbrüchen, und auch Kinder und junge Erwachsene werden erkranken.“ Wieler mahnte dazu, sich an die Corona-Maßnahmen zu halten, um das Virus zurückzudrängen.

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Der RKI-Chef sagte, dass viele Bundesländer derzeit auf ein Plateau beim Infektionsgeschehen zuzusteuern scheinen. Ob dafür die britische Virusvariante oder das Nichteinhalten der Corona-Maßnahmen zuständig sein könnte, sei nicht klar. Gleichzeitig betonte Wieler aber die erhöhte Ansteckungsgefahr der neuen Variante. Er appellierte an die Bevölkerung, sich nun mehr denn je an die Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten.

Auch Jens Spahn erinnerte daran, dass sich alle an die Corona-Maßnahmen halten müssen: „Wir haben eine Seitwärtsbewegung. Die Sehnsucht nach Öffnung ist greifbar, aber wir müssen vorsichtig sein.“ Eine gute Nachricht sei, dass die Impfkampagne Fahrt aufnehme und ein immer größerer Anteil der Bevölkerung geimpft sei. „Insgesamt wurden bereits fünf Millionen Impfdosen verabreicht, darunter drei Millionen Erstimpfungen“, so Spahn.

Der Gesundheitsminister lobte in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit von Bund und Ländern und stellte in Aussicht, dass die Impfkampagne nun deutlich an Fahrt aufnehmen werde: „Wir erwarten zehn Millionen weitere Impfdosen. Der Bund und die Länder arbeiten daran, dass die Impfkapazitäten ausreichen – die Kapazitäten müssen in den nächsten Wochen verdoppelt werden.“ Alle drei zugelassenen Impfstoffe seien sicher, so Spahn. Auch der Impfstoff von Astrazeneca könnte vor einer schweren Corona-Erkrankung schützen. „Eine Corona-Impfung ist ein Privileg“, unterstrich der Gesundheitsminister. Zudem werde über die Zulassung von Schnelltests beraten, Laientests könnten in Zukunft auch im Einzelhandel erhältlich sein.

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Einen Dämpfer gab Spahn in der Diskussion um Impfungen in Arztpraxen: „Der Start der Impfungen in Arztpraxen ist nicht der 1. April. Wir müssen gemeinsam mit Ärzten, Ländern und der Bundesregierung einen Zeitpunkt finden, wann das sinnvoll ist.“

Ebenfalls in der Pressekonferenz dabei: der bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Der CSU-Politiker ist auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz. Er forderte mutige Schritte, um die Pflege besser zu unterstützen: „Pflegekräfte brauchen eine nachhaltige Unterstützung.“

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9113 Neuinfektionen an einem Tag

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9113 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 508 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Freitag hervorgeht. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 56,8 – und damit geringfügig niedriger als am Vortag (57,1).

Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang der Inzidenz mehr gegeben. Vor vier Wochen, am 21. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 119,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

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