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Eingeständnis vor dem Kreistag: Landrat von Vorpommern-Rügen ließ sich vorzeitig impfen

  • Der Oberbürgermeister von Halle/Saale, Bernd Wiegand (parteilos), soll sich vorzeitig gegen Corona impfen lassen haben.
  • Er wehrt sich, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
  • Nun wird ein neuer Fall bekannt – im Mittelpunkt steht ein Landrat aus dem Nordosten.
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Berlin. Vorpommern-Rügens Landrat Stefan Kerth (SPD) hat sich vorzeitig vor Wochen gegen das Coronavirus impfen lassen. Das berichtet die „Ostsee-Zeitung“.

Kerth hatte auf der Sitzung des Kreistages von Vorpommern-Rügen am Montagabend in Grimmen die Impfung auf Nachfrage einräumen müssen. Eigentlich wäre der 47-jährige Politiker in mehreren Monaten dran gewesen, so die Zeitung. Der Landrat ließ sich nach eigener Aussage aber bereits am 12. Januar, dem Eröffnungstag des Stralsunder Impfzentrums, impfen.

Der SPD-Politiker verteidigte sein Handeln damit, dass ansonsten Impfstoff verfallen wäre und hätte entsorgt werden müssen.

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„Ich war, als ich die Eröffnung des Impfzentrums durchgeführt habe, zum Dienstschluss in der Einrichtung und es ist Ausschau gehalten worden nach Leuten, die noch geimpft werden können. Es ist keiner da gewesen,“ berichtete Kerth vor dem Kreistag. „Ich habe mehrfach gesagt, dass ich definitiv nicht geimpft werden möchte. Als dann gesagt wurde, dass die Impfung verfallen würde, ist dann die Impfung gesetzt worden.“

Keine zweite Impfung

Eine zweite Impfung hätte er jedoch nicht erhalten, so Kerth – wegen der Impfstoffknappheit. „Dementsprechend bin ich also nicht geimpft.“

Zuvor war Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) wegen einer vorgezogenen Corona-Impfung in den Fokus geraten. Es ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Die Polizei hatte am Montag mehrere Diensträume der Stadtverwaltung durchsucht.

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Gegenstand seien die Ermittlungen in einem Verfahren gegen Wiegand wegen des Verdachts der „veruntreuenden Unterschlagung“ des Corona-Impfstoffs, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Er sei verdächtig, „unter Missachtung der in der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesministers für Gesundheit geregelten Impfreihenfolge“ dafür gesorgt zu haben, dass er selbst und andere noch nicht berechtigte Personen geimpft wurden. Sowohl durch Presseberichte als auch Erklärungen Wiegands zum Sachverhalt sehe die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht erfüllt.

Wiegand schrieb in einer ersten Stellungnahme, die Durchsuchung sei unverhältnismäßig, er werde sie umgehend prüfen lassen. „Die Vorwürfe weise ich zurück.“

Anfang Februar war der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, früher als vorgesehen geimpft worden. „Ich habe nicht proaktiv agiert und eine Impfung gefordert“, hatte sich der CDU-Politiker zunächst verteidigt.

Zuvor Fall in Sachsen

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Er habe Mitte Januar aus dem Impfzentrum die Anfrage erhalten, ob er seine nicht mobilen Eltern, beide über 80 Jahre alt und zur Risikogruppe 1 gehörend, zur in der Pflegeeinrichtung stattfindenden Impfung begleite. „Beim Vor-Ort-Termin wurde ich dann darauf angesprochen, dass auch eine Verimpfung meiner Person möglich sei.“

Dass er zugestimmt habe, könne man ihm vorwerfen. „Das war ein Fehler, für den ich mich entschuldige.“

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