„Ahnungslos und herzlos“

Gespräche über Waffenstillstand mit Russland? Melnyk erteilt Forderungen Absage

Ex-Botschafter Andrij Melnyk.

Ex-Botschafter Andrij Melnyk.

Kiew. Der frühere Botschafter der Ukraine in Berlin, Andrij Melnyk (47), hat Forderungen aus Deutschland nach Waffenstillstandsgesprächen mit Russland eine Absage erteilt. Melnyk übte scharfe Kritik an der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, die sich in ihrer Predigt am Reformationstag für entsprechende Verhandlungen ausgesprochen hatte. „Das war eine unterirdische Rede, die mich sprachlos gemacht hat“, sagte Melnyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in seinem ersten Interview nach seiner Rückkehr nach Kiew (+). „Wie kann sie so ahnungslos und herzlos sein? Das würde doch das mörderische Okkupationsregime von (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin zementieren und Millionen Ukrainer seinen Schergen ausliefern.“

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Für die Ukraine sei es viel zu früh, Gespräche mit Moskau zu führen, sagte Melnyk. „Und schon gar nicht mit Putin, der ein zynischer Kriegsverbrecher ist. Seine Armee verliert auf dem Schlachtfeld. Seine Rache ist, dass er Kiew und andere Städte fast jeden Tag beschießt und unsere zivile Infrastruktur vernichtet. Das einzige, was uns aus dieser Lage retten kann, ist die schnelle Lieferung von mehr modernen Waffen. Dann kommt irgendwann der Moment, an dem Russland gezwungen sein wird, ernsthaft zu verhandeln.“ Melnyk erneuerte seine Forderung nach Kampfpanzern aus Deutschland, um die russischen Besatzungstruppen zurückzudrängen.

Melnyk fordert weiter deutsche Unterstützung: „Davon hängt ab, ob die Ukraine überlebt“

Der ehemalige Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, hat die Bundesregierung im Interview mit dem RND weiterhin zur Unterstützung aufgefordert.

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Der Ex-Botschafter kündigte an, sich weiter in die deutsche Ukraine-Politik einzumischen. „Ich befürchte, dass ich das tun muss“, sagte er. „Deutschland könnte und sollte viel mehr tun, um uns Ukrainern in dieser Ausnahmesituation eines Vernichtungskrieges zu helfen.“ Melnyk war in Berlin wegen seiner oft undiplomatischen Kritik an der Bundesregierung umstritten. Nach fast acht Jahren als Botschafter in Deutschland kehrte er im vergangenen Monat nach Kiew zurück. Wie es für ihn beruflich weitergehe, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte er. „Ich hoffe, dass ich im diplomatischen Dienst eine wichtige Aufgabe bekommen werde.“

RND/cy

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