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  • Gerd Müller (CSU) zieht sich zurück: Er war Glücksfall für Entwicklungspolitik

Müller-Rückzug: Er war ein Glücksfall für die Entwicklungspolitik

  • Der CSU-Bundesminister mit der makellosesten Bilanz kündigt seinen Rückzug an.
  • Gerd Müllers Schwerpunkt war Afrika: Müller setzte auf Partnerschaft statt Alimentierung.
  • War sein Widerspruch zu Bundespolitik im Fall des Flüchtlingslagers Moria ein Auslöser? Ein Kommentar von Harald Stutte.
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Für all jene, die sich ein wenig in der Entwicklungspolitik auskennen, ist der Rückzug des Bundesentwicklungsministers keine gute Nachricht. Denn mit Gerd Müller verlässt in der nächsten Legislaturperiode ein Minister die politische Bühne, der von seinem Fach tatsächlich etwas verstand – und das ist leider nicht immer selbstverständlich. Zumal in diesem Ministerium, das vor Müller zu oft als Zählposten für den Koalitionsproporz missbraucht worden war. Müller nahm dieses Amt ernst und erarbeitete sich so einen Ruf als derjenige von drei Bundesministern mit CSU-Parteibuch, der über Parteipräferenzen hinweg, vor allem aber bei Fachleuten und NGOs, die größte Anerkennung genießt.

Müller scheute nie Konflikt mit Linie der Partei

Gerd Müller, der jenseits der Kernressorts in der Öffentlichkeit leider ein Schattendasein genießt und zu oft mit einer deutschen Fußballlegende gleichen Namens verwechselt wird, bezeichnet sich selbst gern als Afrika-Minister, 44 afrikanische Staaten hat er bislang besucht. Und wie jeder, der Afrika gut kennt, hat er unseren Nachbarkontinent mit seinen Wachstumsinseln vor allem als Kontinent der Chancen wahrgenommen – als Partner auf Augenhöhe, nicht als einen Patienten, der als Absatzmarkt deutscher Produkte alimentiert werden muss.

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Für das Ressort, das Vorgänger wie Dirk Niebel einst sogar abwickeln wollten, war Müller ein Glücksfall. Wobei er den Konflikt mit der Linie seiner Partei nie scheute, wie zuletzt im Fall des abgebrannten Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos. Gerüchte, sein am Sonntag verkündeter Schritt könnte Resultat dieser Meinungsverschiedenheit mit Seehofer sein, entbehren jeder Grundlage. Müller ist nicht bekannt dafür, vor solchen Konflikten einzuknicken.

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