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Gerät die Impfkampagne in Gefahr? Fast 45.000 Zweitimpfungen in Niedersachsen storniert

  • Immer mehr Menschen sagen offenbar die Termine für ihre Zweitimpfungen ab.
  • In Niedersachsen sind zwischen April und Juni knapp 45.000 Personen nicht in den Impfzentren erschienen, in Mecklenburg-Vorpommern schwankt die Zahl der Absagen täglich zwischen 15 und 40 Prozent.
  • Für das Phänomen könnte es jedoch mehrere Erklärungen geben.
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Berlin/Hannover. In Niedersachsen sind zwischen April und Juni insgesamt 44.492 Termine für Zweitimpfungen storniert worden. Das berichtet die „Neue Presse“ unter Berufung auf das niedersächsische Gesundheitsministerium. In allen Fällen sei eine Erstimpfung erfolgt.

Möglich sei sogar, dass die Zahl der abgesagten Termine noch höher ist, heißt es. Denn nach Angaben eines Ministeriums­sprechers erhebe das Land keine Daten zu Zweitimpfungen, die ohne Stornierung nicht wahrgenommen worden seien.

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Die Stadt Hannover teilte der „NP“ mit: „Es kommt vor, dass Menschen ihre Termine kurzfristig stornieren oder gar nicht zum gebuchten Termin im Impfzentrum erscheinen. Darauf hat das Impfzentrum keinen Einfluss, die Gründe dafür werden ebenfalls nicht genannt.“ Eine Ursache könnte sein, dass betreffende Personen bereits andernorts einen Termin für ihre Zweitimpfung bekommen, ihren ursprünglichen Termin jedoch nicht storniert haben.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern stottert der Motor, obwohl jetzt genügend Dosen vorhanden sind: In den Impfzentren des Landes fallen terminierte Impfungen vermehrt aus, weil keiner kommt, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag bekannt gab. Die Zahl der Terminabsagen schwanke tageweise zwischen 15 und 40 Prozent.

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Zwei Impfungen von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca verhindern einer britischen Studie zufolge schwere Krankheitsverläufe bei der Delta-Variante des Coronavirus.  © dpa

Eine Momentaufnahme?

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„Das mag mit der Urlaubszeit zusammenhängen oder damit, dass auch Termine bei niedergelassenen Ärzten wahr­genommen werden“, so Glawe. Dies sei eine Momentaufnahme, die sich hoffentlich nicht verstetige.

Fast 32 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Am Montag wurden in der Bundesrepublik 582.569 Corona-Impfungen verabreicht, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag (Stand: 10 Uhr) hervorgeht. 42.540.863 Menschen (51,2 Prozent) sind zumindest einmal, 26.274.154 (31,6 Prozent) vollständig geimpft.

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Unter den Bundesländern liegt bei den Erstimpfungen weiter Bremen mit 57,9 Prozent vorn, gefolgt von Schleswig-Holstein (54,9) und dem Saarland (54,4). Sechs Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke noch nicht erreicht, Schlusslicht bleibt Sachsen mit einem Anteil von 45,5 Prozent Erstgeimpften. Bei den vollständig Geimpften ist weiter das Saarland mit einem Bevölkerungsanteil von 37,9 Prozent an der Spitze, Brandenburg bleibt mit 29,1 Prozent Schlusslicht.

RND/tdi/dpa

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