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Nach geplatztem U-Boot-Deal: Griechenland kauft französische Kriegsschiffe für mehrere Milliarden

  • Seit dem geplatzten U-Boot-Deal mit Australien setzt Frankreich verstärkt auf eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik.
  • Die nun beschlossene engere Kooperation mit Griechenland schlägt in diese Kerbe.
  • Griechenland wird sowohl Kampfflugzeuge als auch Fregatten von Frankreich abnehmen.
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Paris. Frankreich und Griechenland wollen in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit künftig noch enger zusammenarbeiten. Am Dienstag unterzeichneten die beiden Länder in Paris ein neues strategisches Kooperationsabkommen.

Es sei der Ausbau einer bereits bestehenden Allianz, betonten der französische Präsident Emmanuel Macron und der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis. Das Abkommen weise jedoch auch den Weg für eine militärisch und außenpolitisch unabhängigere EU.

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Macron sprach von einer Partnerschaft, die Konsequenzen aus der geopolitischen Situation insbesondere im östlichen Mittelmeer ziehe. Die Interessen auch in Bezug auf Energie seien dort für Europa sehr groß.

Im vergangenen Jahr habe Frankreich sich dort solidarisch mit Griechenland gezeigt, dies werde in der Kooperation nun verfestigt. Dies zeige sich mit dem Kauf Griechenlands von Kampfflugzeugen des Typs „Rafale“ und Fregatten französischer Herstellung.

„Ihre Ankündigung, Herr Ministerpräsident, drei Fregatten vom Typ ‚Belharra‘ zu kaufen, die im französischen Lorient gebaut werden, ist ein Zeichen des Vertrauens und ein Beweis für die Qualität unserer Beziehungen“, schrieb der französische Präsident auf Twitter.

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Im Sommer 2020 standen Griechenland und der Nachbar Türkei wegen Streitigkeiten um vermutete Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer kurz vor einer militärischen Auseinandersetzung. Seither hat Athen von Frankreich 24 Kampfbomber des Typs Rafale geordert; beim jetzigen Abkommen wurde zudem der Kauf dreier französischer Fregatten vereinbart. Mitsotakis betonte, die Kooperation mit Paris sei nicht nur bilateral, sondern ebne den Weg für eine starke, autonome EU.

Die Vereinbarung der beiden Länder folgt etwa zwei Wochen auf die Bekanntgabe einer neuen „Sicherheitsallianz“ von USA, Großbritannien und Australien im Indopazifik, mit der auch das Platzen eines milliardenschweren U-Boot-Deals zwischen Frankreich und Australien einherging.

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Frankreich, das ohnehin auf eine stärkere europäische Verteidigung setzt, ist seitdem bemüht, bei dem Thema voranzukommen. Macron sagte, Europa würde einen schrecklichen Fehler begehen, wenn es aus dem Verhalten der USA in den letzten Jahren keine Schlüsse ziehen und auch für den eigenen Schutz sorgen werde.

RND/dpa

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