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Geplante Trump-Kundgebung in Iowa: Bürgermeister besorgt wegen Corona

  • Donald Trump ist wieder auf Wahlkampftour und besuchte zunächst Florida.
  • Am Mittwoch will er in Iowa sprechen, doch der Bürgermeister der Stadt Des Moines ist in Sorge, dass die Kundgebung zu einem Superspreader-Event werden könnte.
  • Derweil warben sowohl der demokratische Kandidat Joe Biden als auch der republikanische Vize-Präsident Mike Pence in Ohio um Stimmen.
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Des Moines/Wilmington. Ein geplanter Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump in der Hauptstadt des Staats Iowa stößt auf Widerstand des dortigen Bürgermeisters. Er habe Sorge, dass Trumps Kundgebung zum Superspreader-Event werden könnte, also eine Massenausbreitung des Coronavirus befördern könnte, sagte Frank Cownie, Bürgermeister von Des Moines, der Zeitung “The Des Moines Register”.

Den Auftritt will der Präsident am Mittwoch in einer Flugzeughalle des Internationalen Flughafens von des Moines absolvieren. Erst am 2. Oktober hatte Trump verkündet, dass er positiv auf Covid-19 getestet worden sei. Zwischenzeitlich wurde Trump in einer Militärklinik bei Washington behandelt. Am Wochenende teilte sein Leibarzt Sean Conley mit, dass der Präsident nicht länger ansteckend sei. Daran gibt es Zweifel. Dennoch will Trump wieder in den Wahlkampf eingreifen.

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Iowa ist besonders schwer von der Pandemie betroffen. In den vergangenen vier Tagen wurden im Schnitt 1300 neue Corona-Fälle gemeldet, in diesem Zeitraum gab es 46 weitere Tode. Am Montag gab der Staat bekannt, dass die Zahl der Infektionen die Marke von 100.000 überschritten habe. 1464 Menschen starben seit Beginn der Pandemie an den Folgen einer Infektion. Iowa hat rund 3,1 Millionen Einwohner.

Trumps Wahlkampfsprecher Tim Murtaugh betonte, dass die Kundgebung am Flughafen unter freiem Himmel stattfinde. Es werde Fiebermessungen und Gesichtsmasken geben.

Biden und Pence machen Wahlkampf im hart umkämpften Ohio

Der vor der US-Präsidentenwahl umkämpfte Staat Ohio hat derweil am Montag (Ortszeit) gleich zweimal politisch hochkarätigen Besuch bekommen. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden machte dort ebenso Wahlkampf wie der republikanische Vize-Präsident Mike Pence. Vor Gewerkschaftern in Toledo sagte Biden, er vertrete die Werte der Arbeiterklasse - wohl in Anspielung auf Präsident Donald Trump sagte er: “Ich beurteile die Menschen nicht danach, wie voll ihr Bankkonto ist.”

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US-Präsident Donald Trump ist nach seiner Corona-Infektion zurück im Wahlkampf - und tritt erstmals wieder vor Anhängern auf.  © dpa

“Sie und ich beurteilen Menschen danach, wie stark ihr Charakter ist, ihre Ehrlichkeit und ihr Mut sind”, fuhr Biden fort. Er betonte in Ohio seine Rolle als früherer Vizepräsident von Barack Obama bei der Rettung der Autoindustrie nach der Finanzkrise 2008.

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Die Autoindustrie habe einen von acht Einwohnern in Ohio unterstützt. "Barack und ich haben auf Sie gesetzt und es hat sich ausgezahlt." Biden erntete Gehupe von Autos bei der Drive-In-Veranstaltung.

Trumps Vize-Präsident Pence schlug in Ohios Hauptstadt Columbus einen anderen Ton an. Trump gewann 2016 in Ohio; er lag damals acht Prozentpunkte vor seiner Rivalin Hillary Clinton. Jüngsten Umfragen zufolge dürfte das Rennen in diesem Jahr enger ausfallen.

Bidens Wahlkampfteam baute die Werbung dort zuletzt aus - Trumps Team dagegen fuhr sie zurück. Der Präsident selbst sprach am Montagabend in Florida - es war seine erste Wahlkampfreise seit seiner Coronavirus-Infektion.

2016 habe der Staat Ja zu Trump gesagt, und er wisse, Ohio werde “Ja zu weiteren vier Jahren sagen”, erklärte Pence auf einem Firmengelände in Columbus.

Er sprach über die Nominierung der konservativen Richterin Amy Coney Barrett für den Obersten US-Gerichtshof und warf Biden vor, der wolle nicht sagen, ob er die Zahl der Richterposten am Supreme Court gegebenenfalls erhöhen werde. Biden äußerte sich negativ über eine mögliche Erweiterung. Er sein “kein Fan” der Idee, sagte Biden im Interview eines lokalen TV-Sendern in Cincinnati am Montag. Er wolle sich aber nicht in die Angelegenheit vertiefen, weil dies von der aktuellen Situation ablenken würde.

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Die Kandidatin von Präsident Donald Trump für das Oberste Gericht der USA wird sich am Dienstag den Fragen von Senatoren stellen. Vor allem für die Demokraten ist es eine Chance, die konservative Juristin Amy Coney Barrett nach ihren Positionen etwa zum Recht auf Abtreibungen und der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama zu befragen. Es dürfte ein langwieriges Unterfangen werden: Die 22 Mitglieder in Justizausschuss haben jeweils 30 Minuten Zeit allein für den ersten Frage-Durchgang. Am Donnerstag soll die Anhörung weitergehen.

Barrett soll nach Trumps Willen Nachfolgerin der verstorbenen liberalen Richterin Ruth Bader Ginsburg werden. Mit ihr bekämen die Konservativen im Supreme Court eine dominierende Mehrheit von sechs der neun Sitze am Gericht. Das Gericht hat oft das letzte Wort bei Rechtsstreitigkeiten zu politisch umkämpften Fragen wie Einwanderung, das Recht auf Abtreibungen oder Waffenbesitz.

RND/AP/dpa

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