Georgier-Mord in Berlin: Maas droht mit weiteren Reaktionen

  • Der Mord an einem Georgier im Kleinen Tiergarten in Berlin hatte vor einem Jahr eine Krise in den deutsch-russischen Beziehungen ausgelöst.
  • Der Prozess gegen den tatverdächtigen Russen soll noch in diesem Jahr entscheiden, ob es sich um einen Auftragsmord handelte.
  • Außenminister Heiko Maas kündigte für den Fall entsprechende Reaktionen an.
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Moskau. Bundesaußenminister Heiko Maas hat Russland mit weiteren Reaktionen auf den Mord an einem Georgier mitten in Berlin gedroht.

Die Bundesregierung werde zunächst einmal das Urteil in dem bevorstehenden Prozess vor dem Berliner Kammergericht abwarten, in dem es unter anderem darum geht, ob die russische Regierung den Mord in Auftrag gegeben hat, sagte Maas am Dienstag nach einem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Moskau.

Beamte der Spurensicherung sichern in einem Faltpavillon Spuren am Tatort im kleinen Tiergarten. © Quelle: Paul Zinken/dpa
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“Für den Fall, dass es entsprechende Feststellungen in diesem Urteil gibt, muss man damit rechnen, dass wir darauf auch noch einmal reagieren werden.”

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Übertragung bricht nach Kritik von Maas ab
1:44 min
Bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow hatte Heiko Maas auf Probleme im deutsch-russischen Verhältnis hingewiesen.  © Reuters

Vom Fahrrad aus erschossen

Der Mord hatte im vergangenen Jahr eine Krise in den deutsch-russischen Beziehungen ausgelöst. Am 23. August wurde ein 40-jährige Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit im Kleinen Tiergarten in der Nähe des Regierungsviertels aus nächster Nähe von einem Fahrrad aus erschossen. Ein dringend tatverdächtiger Russe wurde noch am selben Tag gefasst und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

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Die Bundesanwaltschaft erhob Mitte Juni Anklage gegen ihn und geht davon aus, dass er mehr als einen Monat vor der Tat von "staatlichen Stellen der Zentralregierung der Russischen Föderation" beauftragt wurde. Der Prozess soll noch in diesem Jahr vor dem Berliner Kammergericht beginnen, einen Termin gibt es aber noch nicht.

Die Bundesregierung hatte Russland schon im Dezember fehlende Kooperation bei der Aufklärung des Mordes vorgeworfen und deshalb zwei russische Diplomaten ausgewiesen. Moskau hatte mit der Ausweisung zweier deutscher Diplomaten reagiert.

RND/dpa

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