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Kinderärzte fordern sofortige Einführung einer generellen Impfpflicht

  • In Österreich wird sie geplant, auch in Deutschland wird sie diskutiert. Eine generelle Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie.
  • Die Kinderärzte sprechen sich dafür aus.
  • Ihr Argument: Ungeimpfte schränkten mit ihrem Verhalten insbesondere die Grundrechte der Kinder ein.
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Berlin. Die Kinder- und Jugendärzte fordern die umgehende Einführung einer generellen Impfpflicht. Es sei „nicht hinnehmbar, dass aufgrund der fehlenden Impfungen einer Minderheit weiterhin wesentliche Grundrechte aller Bürger, aber insbesondere die der Kinder und Jugendlichen, eingeschränkt werden“, heißt es nach Informationen des Redaktions­Netzwerks Deutschland (RND) in einer Resolution, die der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) am Sonntag auf einer Delegierten­versammlung beschlossen hat.

Durch eine Impfpflicht werde zwar formal das Recht auf körperliche Unversehrtheit eingeschränkt. Das sei aber akzeptabel, weil ansonsten die Grundrechte anderer betroffen oder eingeschränkt seien. „Kinderrechte dürfen nicht gegen das Recht einer Minderheit der Bürger abgewogen werden, sondern sind vom Staat unbedingt und zwingend zu garantieren“, heißt es in dem Beschluss.

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15 Millionen ungeimpfte Personen in Deutschland

Weiter heißt es: „Insbesondere unsere Kinder haben sich aufgrund der für sie vorgeschriebenen immensen Einschränkungen in der Pandemie eine Rückkehr zur Normalität mehr als verdient.“ Hierbei sei vor allem die freie Entfaltung der Persönlichkeit, das Recht auf uneingeschränkte und freie Bildung und das Recht eines wieder normalen Lebens im Schutze der eigenen Familien zu nennen. „Diese Grundrechte sind weiter gefährdet, wenn es nicht gelingt, die Impfung aller Erwachsenen zeitnah umzusetzen“, warnen die Mediziner.

Bei derzeit noch 15 Millionen ungeimpfte Personen bedeute ein Verzicht auf die Impfung weitere 15 Millionen Infektionen und somit eine Zahl an Todesfällen, die noch deutlich über 100.000 liegen dürfte, so der Berufsverband. Allein diese Zahl mahne dazu, zu überdenken, ob der Staat die Menschen diesem Risiko entgegen dem nahezu einstimmigen Rat der seriösen medizinischen Wissenschaft aussetzen dürfe.

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Zudem bedeutet ein Verzicht auf die schnelle Impfung aller Erwachsenen eine zusätzliche Zahl an Infektionen, die auch zur Gefährdung der bereits Geimpften führten. „Somit schränken Ungeimpfte immer auch das Recht aller anderen Menschen auf körperliche Unversehrtheit ein“, heißt es in dem Beschluss.

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