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“Gelbwesten”-Demonstrant verliert Auge durch Polizeigeschoss

  • Er unterhielt sich friedlich mit einem Mitdemonstranten, als ihn wohl eine Tränengas-Kartusche der Polizei trifft.
  • Ärzte konnten das Auge eines “Gelbwesten”-Demonstranten in Frankreich offenbar nicht mehr retten.
  • Jetzt diskutiert Frankreich erneut über Polizeigewalt.
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Paris. Frankreich diskutiert nach den jüngsten "Gelbwesten"-Protesten wieder über Polizeigewalt. Ein Demonstrant der Bewegung wurde Berichten zufolge schwer am Auge verletzt, nachdem er am Samstag mutmaßlich von einer Tränengas-Kartusche getroffen worden war. Die Pariser Staatsanwalt leitete nach dem Vorfall eine Untersuchung, wie sie am Dienstag bestätigte. Ein erschreckendes Video zeigt den Demonstranten, wie er sich friedlich mit einer anderen "Gelbweste" unterhält. Plötzlich wird er unvermittelt von einem Geschoss im Gesicht getroffen. Seiner Lebensgefährtin zufolge konnten die Ärzte sein Auge nicht retten.

Der Vorfall ereignete sich französischen Medien nach am Samstagnachmittag am Place d'Italie im Süden von Paris. Dort war die Gewalt völlig eskaliert, Vermummte randalierten. Eigentlich sollte auch eine angemeldete Demonstration am Nachmittag von dem Platz aus starten. Diese wurde allerdings wegen der Gewalt kurzfristig verboten. Organisatoren bemängelten, dass friedliche Demonstranten, die sich bereits dort zusammengefunden hatten, eingekesselt waren.

Kontrollbehörde überprüft Handeln der Polizei

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"Er ist schockiert. Er fragt sich, was er jetzt mit seinem Leben anfangen wird. Er ist 41 Jahre alt. Wir versuchen, ihn so gut wie möglich zu beruhigen", sagte seine Lebensgefährtin Séverine am Dienstag dem Sender France 3. Der Mann sei am Montag operiert worden, aber man habe sein Auge nicht retten können. Die beiden seien seit Beginn der sozialen Bewegung Anhänger der "Gelbwesten". "Wir arbeiten hart. Wir wünschten, wir könnten leben, nicht nur überleben."

Der Pariser Polizeipräsident werde den Fall nun an die Kontrollbehörde der französischen Polizei überweisen, berichtete die Zeitung "Libération". Seit Beginn der Proteste wurden Tausende Menschen verletzt, immer wieder gab es Debatten über das Verhalten der Polizei - ganz besonders über den Einsatz von Hartgummigeschossen.

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RND/dpa