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Wie die AfD rechten „Alternativmedien“ Reichweite verschafft

  • Die klassischen Medien gelten der AfD als Feind.
  • Eine geradezu symbiotische Beziehung pflegt die Partei jedoch zu einer ganzen Reiher rechter „Alternativmedien“.
  • Eine aktuelle Untersuchung zeigt, wie wichtig die Partei für die Reichweite dieser Medien ist.
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Berlin. Ein Netzwerk rechtsgerichteter „Alternativmedien“ verbreitet gerade in der Corona-Pandemie Verschwörungserzählungen und Falschbehauptungen über die Corona-Politik in Deutschland und der Welt. Einige dieser Medien schüren bereits seit Jahren rassistische Stimmung in Deutschland und Österreich.

Eine aktuelle Untersuchung der britischen Nichtregierungsorganisation „Hope not Hate“ zeigt, dass vor allem die AfD Inhalte solcher Medien verbreitet und deren Reichweite steigert. Der Report liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorab vor.

Die Organisation hat 68.000 Artikel von 37 „Alternativmedien“-Seiten aus den ersten sieben Monaten dieses Jahres untersucht. 14 der 20 effektivsten Verbreiter dieser Inhalte auf Facebook waren demnach Profile der AfD. Die größte Reichweite für Inhalte rechter Alternativmedien auf Facebook haben demnach die AfD-Politiker Jörg Meuthen und Georg Pazderski erzeugt. „Die AfD ist der wichtigste Akteur bei der Verbreitung von Alternativmedien auf Facebook“, analysiert „Hope not Hate“.

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Eine symbiotische Beziehung

Mit Abstand am häufigsten verbreiteten AfD-Profile Inhalte dabei der rechten, aber nicht rechtsextremen Medien „Junge Freiheit“ (859-mal) und „Tichys Einblick“ (608-mal). An vierter Stelle steht jedoch der vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „erwiesen extremistisch“ eingestufte rassistische und islamfeindliche Blog „PI News“, der im Untersuchungszeitraum 104-mal von AfD-Profilen geteilt wurde.

Auch die Seite des „Querdenker“-nahen Journalisten und Medienaktivisten Boris Reitschuster und der deutsche Ableger des russischen Staatssenders RT sind unter den am häufigsten von AfD-Profilen geteilten „Alternativmedien“.

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Die AfD und rechte Alternativmedien – das ist schon seit Jahren eine für beide Seiten profitable Beziehung. So lud die AfD-Bundestagsfraktion 2019 und 2020 rechte und rechtsextreme Medien zur „Konferenz der Freien Medien“ in den Bundestag ein.

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Für die Macherinnen und Macher von „Alternativmedien“ bedeutet das einen exklusiven Zugang zur Bundespolitik. Die AfD profitiert im Gegenzug von weitgehend unkritischer „Berichterstattung“ über die Partei. Beide Seiten verbindet eine tiefe Feindschaft gegenüber der Mehrheit der professionellen Medien, insbesondere den öffentlich-rechtlichen Sendern.

Gut vernetzte Szene

Auch untereinander sind die von „Hope not Hate“ untersuchten Medien gut vernetzt. „Die deutsche Alternativmediensphäre besteht aus einem engmaschigen Netz von Seiten, die sich häufig gegenseitig verlinken und auf die Inhalte der anderen verweisen“, hält die Organisation in ihrem Report fest.

Dabei verweisen der Untersuchung zufolge auch weniger radikale Seiten teilweise regelmäßig auf offen extremistische oder stark verschwörungsideologische Portale. Die von „Hope not Hate“ untersuchten Medien decken ein breites inhaltliches Spektrum ab, von rechtskonservativen Seiten bis zu Corona- und Klimawandelleugnern und explizit rassistischen Medien.

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Verbindungen zwischen solchen Seiten stellten ein Problem dar, wenn deren Publikum dadurch mit Inhalten konfrontiert würde, auf die es sonst nicht gestoßen wäre. „Man kann zum Beispiel Verschwörungstheorien verfolgen, ohne rassistische Ansichten zu haben, und umgekehrt.“ Verweise zwischen verschieden ausgerichteten „Alternativmedien“-Seiten könnten daher zur Radikalisierung der Leserschaft hin zu extremeren Ansichten führen, erklären die Autoren der Untersuchung.

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