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  • GDL-Streik trifft Deutsche Bahn: Laut Bahn-Dokumenten über 4000 Lokführer im Streik

Interne Bahndokumente: Mehr als 4000 Lokführer bundesweit im Streik

  • Auch die dritte Streikrunde der GDL trifft die Deutsche Bahn hart.
  • Die Auswirkungen im Güterverkehr bezeichnen interne Dokumente als besonders schwerwiegend.
  • Wie bereits in den ersten beiden Runden beteiligen sich jedoch nur wenige Beschäftigte aus dem Bereich Netz am Streik.
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Berlin. Die dritte Streikrunde im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotiv­führer (GDL) trifft bundesweit alle Verkehrsbereiche. Rund 4200 Lokführer sind in der aktuellen Streikphase im Ausstand. Das geht aus einem internen DB-Lagebericht hervor, der dem Redaktions­Netz­werk Deutschland (RND) vorliegt. Seit dem frühen Donnerstag­morgen ist der Personen­verkehr deutschlandweit betroffen, mit Ausnahme der Inseln Sylt und Wangerooge und der DB-Zentrale.

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Bahnstreik nervt Reisende
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Der dritte Arbeitskampf in vier Wochen trifft auf zunehmendes Unverständnis bei Bahnkunden.  © Reuters

Der bereits seit Mittwoch laufende Streik im Güterverkehr bereitet der Bahn besonders große Probleme: Zeitweise waren mehr als 200 Güterzüge abgestellt, weil ihre Lokführer den Dienst quittiert hatten. „Inmitten einer Produktionswoche ist das Verkehrsaufkommen besonders hoch“, schreibt die DB im Lagebericht.

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GDL-Streik: Berlin, Potsdam, Hamburg, München und Köln betroffen

Bundesweit sind in Berlin, Potsdam, Hamburg, München und Köln die meisten GDL-Mitglieder in den Ausstand getreten. Ein weiterer regionaler Schwerpunkt ist das Allgäu: Hier waren sechs Stellwerke vom Streik betroffen.

Von den insgesamt knapp 5800 Streikenden gehören laut DB-Statistik bisher nur 40 zum Bereich Netz und 36 zum Bereich Station und Service. Bundesweit beteiligten sich 36 Fahrdienstleiter und Weichenwächter am Streik. Sie gelten als besonders umkämpfte Berufsgruppe zwischen der GDL und der konkurrierenden Gewerkschaft EVG: Ein streikender Stellwerker kann dafür sorgen, dass eine ganze Strecke gesperrt werden muss. Bisher reagierte die Bahn allerdings meist schnell und sorgte dafür, dass nicht in der GDL organisierte Kollegen einsprangen.

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Bahn verliert vor Gericht – GDL-Streik geht weiter
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Die Bahn hat auch in zweiter Instanz ihre Klage gegen den GDL-Streik verloren. Diese führt ihren Streik weiter.  © Reuters

Die Beteiligung weiterer Berufsgruppen neben Lokführern und Zugbegleitern gilt als Gradmesser für die Chancen der GDL, möglichst für alle Bereiche bei der Bahn Tarif­verträge abschließen zu können.

RND/jps

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