Gauland will Kampf gegen Klimaschutz zum AfD-Hauptthema machen

  • AfD-Chef Alexander Gauland hat ein neues Thema für seine Partei gefunden.
  • Nach dem Kampf gegen Euro-Rettung und Flüchtlingspolitik will er gegen Klimaschutz mobil machen.
  • Dort habe die Partei ein Alleinstellungsmerkmal, glaubt ihr Vorsitzender.
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Berlin. Die AfD will den Protest gegen Klimaschutzmaßnahmen nach den Worten ihres Vorsitzenden Alexander Gauland zu einem ihrer wichtigsten politischen Themen machen. „Die Kritik an der sogenannten Klimaschutzpolitik ist nach dem Euro und der Zuwanderung das dritte große Thema für die AfD“, sagte Gauland der Zeitung „Welt am Sonntag“. Seine Partei habe dabei ein Alleinstellungsmerkmal. Denn alle anderen Parteien machten beim Klimaschutz mit.

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Gauland widersprach der Klimaforschung, indem er sagte, dass der Mensch beim Klimawandel durch CO2-Emissionen „eine wesentliche Rolle“ spiele, sei „zumindest umstritten“. Zudem seien „die maßlosen Vorhaben der Bundesregierung völlig ineffektiv“, weil Deutschland nur für 2 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sei. Daraus folge: „Selbst wenn Deutschland hierbei auf null ginge, würde das überhaupt nichts bringen“, sagte Gauland.

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Für das Leugnen des menschengemachten Klimawandels bekam Gauland am Sonntag Kritik aus der eigenen Partei: Torben Braga, Pressesprecher von Thüringens Landeschef Björn Höcke, schrieb auf Twitter: "Ich verstehe nicht, wieso man es in der AfD für zwingend notwendig hält, immer wieder diese abwegige Randposition einzunehmen, menschengemachte CO2-Emissionen hätten keinen Einfluss auf das Weltklima. Schon die Diskussion darüber ist doch völlig überflüssig!"

Umfragen: Klimaschutz wichtig, aber nicht als einziges Thema

In Umfragen geben viele Deutsche an, dass ihnen der Klimaschutz wichtig sei, er aber nicht allein im Mittelpunkt des Interesses stehe. Nach dem aktuellen Trendbarometer von RTL/ntv vom Samstag halten 36 Prozent der Deutschen den Klimaschutz für das „drängendste und wichtigste Problem, um das sich die Politik in Deutschland kümmern muss“, doch sind dagegen 64 Prozent der Auffassung, es gebe „andere Probleme, die ebenso wichtig oder sogar wichtiger sind“.

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Klimawandel: Hitze führt zu mehr Herzinfarkten
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Der Klimawandel sorgt nicht nur für steigende Meeresspiegel und Dürren, er gefährdet auch unsere eigene Gesundheit.  © dpa
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Nach dem Trendbarometer ist der Klimaschutz vor allem Schülern und Studenten (55 Prozent) sowie den Anhängern der Grünen (58 Prozent) wichtig. Als weniger wichtig betrachten den Klimaschutz die meisten Ostdeutschen (70 Prozent), die Erwerbstätigen mittleren Alters (über 70 Prozent) sowie Anhänger der Union (70 Prozent), der FDP (78 Prozent) und der AfD (87 Prozent) und die Nichtwähler (74 Prozent).

Die Diskussion über das in der Vorwoche geschnürte Klimapaket der Bundesregierung stieß bei 52 Prozent der Deutschen in dieser Woche auf starkes Interesse. Aber auch andere Themen beschäftigen die Befragten stark: 30 Prozent interessierten sich für die turbulenten Vorgänge rund um den Brexit in Großbritannien, 16 Prozent für die politischen Verwicklungen in den USA, 11 Prozent für die Spannungen im Nahen Osten und 15 Prozent für die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook.

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epd/dpa