Kosten können weiter steigen

Von wegen 2,419 Cent: Warum die Gasumlage deutlich teurer für Haushalte wird

Ab 1. Oktober wird das Gas für Verbraucherinnen und Verbraucher teurer (Symbolbild).

Ab 1. Oktober wird das Gas für Verbraucherinnen und Verbraucher teurer (Symbolbild).

Berlin. Ab dem 1. Oktober verändert sich einiges auf den Gasrechnungen für deutsche Haushalte. Bekannt ist, dass das an der sogenannten Gas­beschaffungs­­umlage liegt. Weniger bekannt ist, dass zu diesen Kosten auch noch eine Gasspeicher­umlage sowie eine Bilanzierungs­umlage und eine Konvertierungs­umlage hinzukommen. Wir erklären, wie sich die Gasumlagen zusammensetzen.

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Hintergrund der neuen Umlagen ist die durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ausgelöste Energiekrise. Deutschland ist weitestgehend von Gaslieferungen aus Russland abhängig. Da diese jedoch seit Wochen gedrosselt und zwischenzeitlich ganz abgestellt wurden, wächst die Sorge vor einem Gasmangel im Winter.

Schnell wurde deutlich, dass Gasimporteure in der schwierigen Situation auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Denn Importeure können ihren Lieferpflichten nur gerecht werden, indem sie die ausgefallenen Mengen durch teuren Zukauf ersetzen. Bisher können diese Mehrkosten aber nicht an den Endkunden weitergegeben werden. Daher wurde die Gasbeschaffungs­umlage von der Bundesregierung ins Leben gerufen. Sie macht eine Teuerung von 2,419 Cent pro Kilowattstunde aus.

Gas wird in Europa noch teurer

Grund ist wohl die Unterbrechung der russischen Lieferungen nach Europa durch die Pipeline Nord Stream 1.

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Weitere Umlagen aufs Gas

Zudem beschloss die Bundesregierung konkrete Füllstands­vorgaben für die deutschen Gasspeicher. Dadurch soll einem Gasmangel im Winter vorgebeugt werden. Die Kosten für die Gasspeicherung sollen mit der Gasspeicher­umlage ebenfalls auf die Gaskunden umgelegt werden – sie beträgt 0,059 Cent pro Kilowattstunde.

Ähnlich wird auch die Konvertierungs­umlage ausfallen. Sie wird erhoben, wenn unterschiedliche Gassorten chemisch umgewandelt werden müssen, und beträgt 0,038 Cent pro Kilowattstunde. Die Konvertierungs­umlage und die sogenannte Bilanzierungs­umlage gibt es schon länger, bisher bedeuteten sie aber keine zusätzlichen Kosten für die Verbraucher und Verbraucherinnen. Beide Umlagen können alle zwölf Monate angepasst werden.

Die Bilanzierungs­umlage soll ab dem 1. Oktober 0,57 Cent pro Kilowatt­stunde betragen und so dem Gasnetzbetreiber Trading Hub Europe (THE) den kurzfristigen Zukauf von Gas erleichtern. Denn erhöht sich der Gasbedarf, muss das Unternehmen den Druck im Netz aufrechterhalten und schnell Gas zukaufen. Da dies aktuell sehr teuer ist, sollen diese Kosten durch die Bilanzierungs­umlage ausgeglichen werden.

Steuersenkung soll Mehrkosten auffangen

Zusammen ergeben sich so durch die vier Umlagen insgesamt zusätzliche Kosten von 3,086 Cent pro Kilowattstunde. Um die Mehrkosten aufzufangen, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz mitgeteilt, dass die Mehrwertsteuer auf Gas vorübergehend auf 7 Prozent gesenkt werden soll. In der anschließenden Debatte wurde diese Steuer­erleichterung allerdings kontrovers diskutiert.

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RND/ag

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