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Gaskonflikt mit Athen: Appelle an die Türkei reichen nicht mehr

  • Die türkische Führung fühlt sich von US-Präsident Trump zu militärisch flankierten Frackingabenteuern im Mittelmeer ermuntert.
  • Da zeigen die Appelle von Außenminister Maas wenig Wirkung.
  • Die Europäer dürfen die Debatte um Sanktionen gegen Ankara nicht länger scheuen, kommentiert Marina Kormbaki.
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Berlin. Seit jeher kommt es in der Ägäis zu Scharmützeln. Als Nato-Mitglieder mögen Griechen und Türken formell Verbündete sein, doch von Provokationen und Konfrontationen hielt sie das nie ab.

Der Streit um Erdgasvorkommen in der Region ist allerdings aus zwei Gründen von neuer, gefährlicher Qualität.

Erstens: Das Wetteifern um den Brennstoff speist sich aus wirtschaftlichem Druck. Neue Techniken ermöglichen die Förderung von tief lagerndem Gas. Athen, vor allem aber Ankara erhofft sich davon, unabhängiger von Energieimporten zu werden. Mehr noch: Präsident Erdogan verkündete jüngst, sein Land werde bald zum Energieexporteur aufsteigen.

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Er vermittelt den Türken die Illusion, die Lösung ihrer ökonomischen Misere läge unter dem Grund des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres.

Trump lässt Erdogan gewähren

Zweitens: Weit und breit scheint niemand auf, der zwischen Türken und Griechen deeskalieren könnte. In den zurückliegenden Jahrzehnten fiel diese Rolle den Amerikanern zu. US-Präsident Donald Trump aber ist kein Schlichter. Im Gegenteil. Ihm ist alles recht, was die Europäer schwächt und vorführt.

Hierfür hat sich Erdogan bereits in Syrien und Libyen als nützlich erwiesen, warum nicht auch im östlichen Mittelmeer?

Neulich brüstete sich Trump damit, dass ihn mehrere Staatenlenker gebeten hätten, Erdogan von seinem Expansionskurs abzubringen. “Sie sind der Einzige, auf den er hört. Auf uns hört er nicht. Sie sind der Einzige”, hätten sie laut Trump gefleht. Von einer Intervention seinerseits ist nichts bekannt.

Europa ist auf sich gestellt. Doch die Türkei zeigt sich bisher unbeeindruckt sowohl von den militärisch präsenten Franzosen als auch von den diplomatisch bemühten Deutschen.

Außenminister Maas konnte sich am Dienstag in Athen und Ankara davon überzeugen, dass Appelle allein diesen Konflikt nicht entschärfen werden. Die EU darf die Debatte um Sanktionen gegen Ankara nicht länger scheuen.

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