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Gallup-Studie: Balkanländer zeigen niedrigste Akzeptanz von Flüchtlingen

  • Gerade erst hat die EU ihre Vorschläge zur Reform der Asylpolitik vorgelegt, da zeigt eine Studie, wie wenig tolerant einige europäische Länder gegenüber Flüchtlingen sind.
  • Die Balkanländer zeigen weltweit die niedrigste Toleranz gegenüber Migration.
  • Und auch insgesamt ist die Akzeptanz gesunken.
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Washington. Die Balkanländer Nordmazedonien, Ungarn, Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegovina und Montenegro sind weltweit die Länder mit der niedrigsten Akzeptanz von Migranten. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des US-Markt- und Meinungsforschungsinstituts Gallup.

Grundlage der Studie ist eine Umfrage in 145 Ländern, 2016 und 2017 hat Gallup die Umfrage in 140 Länder gemacht. Teilnehmende wurden gefragt, ob sie die Tatsache, dass Migranten in ihr Land kommen, ihre Nachbarn werden und in ihre Familie einheirateten, positiv oder negativ bewerteten.

Auf Basis der Antworten wurde ein sogenannter Migrant Acceptance Index erstellt, der maximal bei neun Punkten liegt. Nordmazedonien hatte 2019 einen Wert von 1,49, Montenegro einen Wert von 1,87.

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Toleranz sinkt weltweit

Die Gallup-Studie zeigt, dass die Akzeptanz von Migranten auch grundsätzlich leicht gesunken ist. Zwischen 2016 und 2019 sank der weltweite Wert von 5,34 auf 5,21.

Unter den Ländern, in denen die Akzeptanz abgenommen hat, ist auch die Türkei (2,53). Während die Balkanstaaten bereits bei der Umfrage von 2016 auf dem untersten Ende der Liste standen, ist die Akzeptanz von Flüchtlingen in der Türkei laut Gallup gegenüber 2016 gesunken. Das Institut nennt den Flüchtlingsdeal mit der EU von 2016 als möglichen Grund für diese Entwicklung.

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Starke Veränderung in Südamerika

Am stärksten gesunken ist die Akzeptanz von Migranten in den südamerikanischen Ländern Peru, Ecuador und Kolumbien. Ein Grund könnte Gallup zufolge sein, dass seit 2015 Millionen Venezolaner vor der politische und humanitären Krise in ihrem Land in die Nachbarländer flüchten, deren Gesundheits-, Bildungs- und Sozialhilfesysteme dadurch überlastet wurden. In Peru sank der Wert beispielsweise von 6,33 (2016) auf 3,61 (2019).

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Die Toleranz gegenüber Migration ist auch in Ländern gesunken, in denen in den vergangenen Jahren rechte Parteien an Zulauf gewannen. Das trifft etwa auf Belgien – von 6,16 (2016) zu 4,83 (2019) – und die Schweiz 2 von 7,11 (2016) zu 6,42 (2019) – zu.

In Polen ist laut Gallup die Akzeptanz gegenüber Migration dagegen um einen Prozentwert gestiegen, was aufgrund der nationalkonservativen Regierung des Landes überrascht.

Am tolerantesten gegenüber Migranten ist Kanada (8,46). Auch in den USA ist der Wert mit 7,95 Punkten relativ hoch.

RND/lhen




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