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Gabriel: “Europäer sind die letzten Vegetarier in der Welt der Fleischfresser”

Sigmar Gabriel wirft der EU vor, sich zu sehr auf die "Weltpolizei" USA ausgeruht und schließlich selbst keine Antworten auf die Konflikte in der Welt zu haben.

Sigmar Gabriel wirft der EU vor, sich zu sehr auf die "Weltpolizei" USA ausgeruht und schließlich selbst keine Antworten auf die Konflikte in der Welt zu haben.

Berlin. Schonungslos hat Ex-Außenminister Sigmar Gabriel bei einem Fernsehauftritt im ZDF mit der deutschen und europäischen Außenpolitik abgerechnet. “Wir haben nichts erreicht in Syrien und wir haben bis heute keine Verständigung darüber erreicht, wie Europa mit Flüchtlingsbewegungen umgehen soll”, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der Talkshow von Markus Lanz mit Blick auf die eskalierende Lage in der syrischen Region Idlib sowie an der türkisch-griechischen Grenze

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70 Jahre lang hätten sich die Europäer aus der internationalen Politik weitgehend herausgehalten, klagte Gabriel. “Wir waren erzogen, uns um uns selbst zu kümmern. Europa habe sich auf den ‚Weltpolizisten’ USA verlassen gleichzeitig über die Weltpolizistenrolle der Amerikaner geschimpft", so der SPD-Politiker. “Und jetzt stellen wir plötzlich fest, dass wenn der Polizist die Straße verlässt, die Gangster kommen.”

Und jetzt stellen wir plötzlich fest, dass wenn der Polizist die Straße verlässt, die Gangster kommen.

Sigmar Gabriel

Europa sei weitgehend unfähig, sich in Konflikte wie den in Syrien einzumischen, so Gabriel weiter. “Wir können ohne die Amerikaner gar nichts.” Russlands Präsident Wladimir Putin und Syriens Machthaber Baschar al-Assad dagegen würden ihre Interessen ohne Rücksicht auf Verluste verfolgen. “Wir Europäer sind die letzten Vegetarier in einer Welt der Fleischfresser”, klagte Gabriel.

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Der frühere Vizekanzler warnte vor einer erneuten Migrationsbewegung in die EU und nach Deutschland. “Wenn sich 2015 wiederholen sollte, glaube ich nicht, dass es so glimpflich abgehen würde wie damals”, sagte er.

Den Vorwurf des Moderators, er habe erst mit dem “Refugees-welcome-Button” der “Bild”-Zeitung auf der Regierungsbank des Bundestages gesessen, um später das flüchtlingskritische Modell der dänischen Sozialdemokraten zu propagieren, sich mithin also “mehrmals um die eigene Achse gedreht”, wollte Gabriel nicht gelten lassen. Die Welt sei nicht schwarz-weiß, und er habe sie nie als schwarz-weiß beschrieben, so der Mann aus Goslar. Daraus den Vorwurf der Wendigkeit zu konstruieren, sei ein beliebtes Journalistenspiel. “Nach der Öffnung der Grenzen gab es die Frage nach den Grenzen der Öffnung”, sagte Gabriel mit Blick auf die Globalisierung. “Ich glaube, dass es eine Balance braucht, die wir noch nicht gefunden haben.”




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