Für Kramp-Karrenbauer sieht es schlecht aus

  • Nur 11 Prozent der Deutschen trauen der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer das Kanzleramt zu.
  • Das ist mehr als ein deutliches Alarmsignal.
  • Kanzlerkandidatin wird sie eher nicht, kommentiert Markus Decker.
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Berlin. Schlechter könnte der Wert kaum sein: Nur 11 Prozent der Deutschen trauen der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer das Kanzleramt zu, knapp zwei Drittel trauen es ihr nicht zu. Diese Zahlen jedenfalls hat das Meinungsforschungsinstitut Insa soeben erhoben. Hat die Saarländerin die Chance aufs Kanzleramt bereits verspielt?

Zwar wird die 57-Jährige derzeit nicht mehr durch Pannen auffällig. Allerdings vermochte sie es auch noch nicht, in ihrem neuen Amt als Verteidigungsministerin positive Akzente zu setzen. Stattdessen entstand der Eindruck, Kanzlerin Angela Merkel wolle sie nicht im Flugzeug haben, als sie zur UN-Vollversammlung nach New York fuhr. Ohnehin nagt der Zweifel an Kramp-Karrenbauer nicht zuletzt in der eigenen Partei und ihren Anhängern; auch das ist ein Ergebnis der Insa-Umfrage.

Skepsis in der eigenen Partei

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Merkel selbst ist das beste Beispiel dafür, dass Akzeptanz etwas sehr Vergängliches ist. Sie kommt und geht, zuweilen schnell. Nach jetzigem Stand dürfte die Kanzlerkandidatin der Union aber nicht Kramp-Karrenbauer heißen. Und sollte es Neuwahlen geben, dann stünden CDU und CSU vor einem echten Problem.

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Der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz wäre in der Mitte der Gesellschaft kaum vermittelbar. Ganz anders als der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, für den in Düsseldorf aber Ersatz gefunden werden müsste. Denn der Kanzlerkandidat von CDU und CSU würde sehr wahrscheinlich auch Kanzler.

Als Staatsmann in Afrika

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Gesundheitsminister Jens Spahn hat im Rennen um den CDU-Vorsitz klar gegen Kramp-Karrenbauer und Merz verloren. Freilich hat er im Amt zuletzt einen starken Eindruck hinterlassen. Bei einer längeren Afrikareise inszeniert sich Spahn gerade als Staatsmann – wohl wissend, dass um den 3. Oktober daheim nicht viel los ist und alle zuschauen. Ohnehin ist aus dem zeitweilig nach rechts blinkenden Münsterländer neuerdings einer geworden, der sich bei Grünen-Partys sehen lässt. Da ist er geschmeidiger als Merz, der nicht aus seiner Haut kann.

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Sollte sich dieser Eindruck bis 2021 verstetigen, dürfte sich die Kanzlerkandidatur zwischen Laschet und Spahn entscheiden – und im CDU-Landesverband Nordrhein-Westfalen, aus dem auch Spahn stammt, zu einem Konflikt führen. Kramp-Karrenbauer, deren Parteivorsitz mittelfristig ebenfalls in Gefahr ist, müsste schon einiges tun, um das Blatt noch zu wenden. Womöglich hat sie deshalb auch das Verteidigungsministerium übernommen. Das könnte sie ja behalten.