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Fünf Jahre nach Putschversuch: Türkei verhängt lebenslange Haftstrafen

  • 2016 hatten Teile des Militärs versucht, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu stürzen.
  • In einem riesigen Prozess standen seit 2017 fast 500 Beschuldigte vor Gericht.
  • Hunderte von ihnen sind jetzt zu langen Haftstrafen verurteilt worden.
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Ankara. Fast fünf Jahre nach dem fehlgeschlagenen Putschversuch in der Türkei sind 32 mutmaßliche Beteiligte zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Sechs der Verurteilten müssten ohne Aussicht auf eine Strafaussetzung zur Bewährung hinter Gitter, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Eine Person sei zudem zu 61 Jahren Gefängnis verurteilt worden, 108 weitere Angeklagte hätten Haftstrafen von sechs bis 16 Jahren erhalten.

Beim Putschversuch starben mehr als 250 Menschen

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Seit 2017 standen die insgesamt fast 500 Beschuldigten vor Gericht. Sie waren laut Anklage in den Putschversuch an 15. Juli 2016 verwickelt, bei dem Teile des Militärs mithilfe von Kriegsflugzeugen, Panzern und Helikoptern Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan stürzen wollten.

Tausende folgten damals seinem Appell, den Putschversuch zu stoppen. 251 Menschen kamen um, rund 2200 weitere wurden verletzt. Getötet wurden auch 35 mutmaßliche Putschisten.

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Unter den Verurteilten ohne Option der Strafaussetzung zur Bewährung ist ein früherer Oberstleutnant, der die Nachrichtensprecherin des belagerten Staatssenders TRT laut Anklage zwang, eine Erklärung zu verlesen.

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Dasselbe Urteil erhielt ein Oberst, der den Befehl für die Erstürmung der Senderzentrale gab. Ausgeschlossen ist eine bedingte Haftentlassung auch für einen früheren Bürgermeister, der ein Team anführte, das das Militärhauptquartier einzunehmen versuchte.

Der gewaltige Prozess war einer von Hunderten Verfahren gegen angebliche Mitglieder eines Netzwerks unter Führung des im US-Exil lebenden Geistlichen Fethullah Gülen. In ihm sieht die Regierung in Ankara den Drahtzieher hinter dem Putschversuch. Er hat dies zurückgewiesen.

RND/AP

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